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Umzug von der Matthäus- in die Hofkirche: Die «Atemwolke» in der Hertensteinstrasse. Fotos: Daniel Lay

Die «Atemwolke» zieht um

3. August 2017 Von: Daniel Lay

Die «Atemwolke», eine Kunstinstallation zum Reformationsjubiläum, die in mehreren Kirchen zu sehen ist, zog gestern in einer feierlichen Prozession von der Matthäuskirche in die Hofkirche um.

Die Passanten – entweder gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause oder gemütlich bei einem Feierabendbier in einem der zahlreichen Restaurants – staunten nicht schlecht über den Umzug, der sich am Mittwochabend kurz nach 17 Uhr über die Hertensteinstrasse zur Hofkirche bewegte: Rund 30 Personen unterschiedlichen Alters trugen leicht durchsichtig schimmernde Bälle, von denen jeweils rund ein Dutzend miteinander verbunden waren, durch die Gassen Luzerns.

Die Aktion oder Prozession war der Umzug eines Kunstprojekts zum Reformationsjubiläum, das in diesem Jahr gefeiert wird. Der Künstler Micha Aregger liess tausend Bälle durch Mitglieder der reformierten Kirche und Menschen, die der reformierten Kirche nahestehen – zum Beispiel Katholikinnen und Katholiken –, aufblasen und formte daraus eine «Atemwolke».

Das Kunstprojekt stellt dabei eine originelle Verbindung zum Motto der Reformation «Sola gratia» («Allein durch Gnade») her. Denn es zeigt: Wie die Luft zum Atmen benötigen wir Gottes Gnade. Und: Der reformierte Christ, die reformierte Christin ist inspiriert (inspiro: hineinblasen), mit jedem einzelnen Atemzug diese Welt aktiv mitzugestalten und «das Angesicht der Erde» (Psalm 104, 30) zu erneuern.

«Atemwolke» nimmt auf Kirchenbänken Platz

Die «Atemwolke» tourt vom Pfingsten bis zum Reformationssonntag am 22. November durch verschiedene reformierte Kirchen im Kanton Luzern und – im Zeichen der Ökumene – durch die Luzerner Hofkirche. Denn für Marcel Köppli, reformierter Pfarrer an der Matthäuskirche und Organisator des Kunstprojekts, ist die «Atemwolke» auch ein Zeichen, dass der Atem Gottes Trennendes überwindet: «Trotz ihrer Verschiedenheit verbindet die Kirchen ein gemeinsamer Auftrag: Den schöpferischen Atem Gottes in unserer Zeit erfahrbar werden zu lassen.» Und Florian Flohr, der das Projekt bei der auf Seiten der Katholischen Kirche Stadt Luzern ergänzt: «Wir wollen auch zeigen, dass wir als katholische Kirche dankbar sind für vieles, was wir von der Reformation gelernt haben.»

In der Hofkirche angekommen ergossen sich die Blasen der «Atemwolke» zunächst einmal über die leeren Kirchenbänke – ein eindrückliches Bild, das aber nicht lange Bestand haben wird. Der Künstler Micha Aregger machte sich nämlich noch am Abend daran, die Wolke im Kirchenraum und im Vorzeichen zu befestigen.


Weitere Veranstaltungen

Neben der Prozession von der Matthäuskirche zur Hofkirche sind folgende Veranstaltungen zur Aktion in der Hofkirche vorgesehen:

     

  • Vernissage mit Micha Aregger, Künstler; Marcel Köppli, reformierter Pfarrer; Florian Flohr, katholischer Theologe; Heidi Bollhalder, Orgel
    Samstag, 5. August, 18.15, Hofkirche
  • Ökumenische Begehung mit Marcel Köppli, reformierter Pfarrer, und Ruedi Beck, katholischer Pfarrer
    Sonntag, 13. August, 11.45, Hofkirche
  • Finissage im Rahmen des Konzerts von Gunnar Idenstam, Stockholm, zum Orgelsommer 2017; Texte: Florian Flohr
    Dienstag, 15. August, 20.00, Hofkirche
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