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Der Ehrwürdige 12. Zurmang Gharwang Rinpoche (hinten Mitte) schaut dem tibetischen Künstler Lama Tsewang Nyima beim Malen des Mandalas zu.

Feierlicher Auftakt: Tibetisches Sandmandala entsteht

11. August 2017 Von: Daniel Lay

Noch bis am Dienstag fertigt der tibetische Künstler und Mönch Lama Tsewang Nyima im Treff «HelloWelcome» ein Sandmandala an. Interessierte können ihm zuschauen und die meditative Stimmung selber spüren. Am Eröffnungsritual erbat der Ehrwürdige 12. Zurmang Gharwang Rinpoche, ein hoher tibetischer Geistlicher, den Segen der Götter zur Erstellung des Mandalas.

Der tibetische Mönch sitzt leicht vornübergebeugt in der traditionellen rot-gelben Tracht auf dem roten Tisch. Aus seiner ruhigen Hand rieselt ganz langsam violetter Sand auf die Tischplatte, auf der man bei genauerem Hinsehen eine Skizze aus einer Vielzahl von Linien erkennt. Dann wieder greift der Künstler nach einem langen und schmalen Trichter, füllt hinten Sand hinein und beginnt in die eben erstellte Fläche kleinste Symbole zu zeichnen, indem er vorsichtig mit einem Stab an die geriffelte Oberfläche des Trichters klopft, so dass der Sand vorne herausrieselt. Das, was hier auf der roten Tischplatte zu entstehen beginnt, ist ein Sandmandala, wie sie im tibetischen Buddhismus eine lange Tradition haben. Denn sie dienen den Mönchen als Konzentrationsübung und zur Meditation. Aufgrund dieser langen Tradition und der tieferen Bedeutung hinter den Mandalas kann auch nicht einfach so mit der Verfertigung begonnen werden. Zum Eröffnungsritual am Freitagmorgen erschien mit dem Ehrwürdigen 12. Zurmang Gharwang Rinpoche ein hoher tibetischer Würdenträger, der momentan in der Schweiz weilt. Er bat die Götter mit Gebeten um Erlaubnis, das Mandala erstellen zu dürfen und lud sie ein, dem Herstellungsprozess beizuwohnen. Ausserdem lieferte er den rund 40 Personen, die dem Eröffnungsritual beiwohnten, auf heitere, an den Dalai Lama erinnernden Weise Hintergrund-Infos zur Bedeutung der Sandmandalas.

Künstler lässt sich von kleineren Startschwierigkeiten nicht aus der Ruhe bringen

Der Mönch und Künstler Lama Tsewang Nyima liess sich von der Unruhe, die durch die Anwesenheit des Ehrwürdigen 12. Zurmang Gharwang Rinpoche und die Teilnehmer des Eröffnungsrituals entstand, nicht aus der Ruhe bringen. Auch kleinere Startschwierigkeiten – der Sand war zu Beginn nicht fein genug gemahlen und die Becher, in denen der Sand anfangs aufbewahrt wurde, waren zu eng und grössere Tassen mussten erst organisiert werden – brachten ihn nicht aus dem Konzept: Mit ruhiger Hand liess er das Mandala entstehen und kam dabei erstaunlich schnell voran. Innert weniger Minuten hatte er den innersten der skizzierten Kreise schon gefüllt. Es war aber auch nicht so, dass Lama Tsewang Nyima vollkommen in seinem Werk und seiner Arbeit versunken war, scheinbar kann er mühelos zwischen der konzentrierten Arbeit am Mandala und seiner Umgebung hin und her wechseln: So streckte er sich hin und wieder, tauschte sich kurz mit seinen Helfern aus oder entfernte ein Sandkorn, dass sich im Trichter verfangen hatte.

Vergängliches Sandkunstwerk

Wer das Kunstwerk sehen will, muss sich beeilen, denn zum Schluss wird das Mandala aufgelöst und in einem feierlichen Akt in die Reuss gekippt. Auch das hat natürlich wieder eine tiefere, traditionelle Bedeutung: Einerseits wird durch die Zerstörung verhindert, dass das Mandala durch negative Anhaftungen verunreinigt wird. Andererseits ist es ein Zeichen der tiefen buddhistischen Überzeugung, dass auf dieser Welt nichts beständig ist, sondern sich alles immer verändert.

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