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Schaufenster

Yvonne Lehmann: Von der Lukaskirche in die Franziskanrkirche.

«Ich predige vor Menschen, nicht vor Katholiken oder Protestanten.» (2/3)

19. Januar 2018 Von: Daniel Lay

Zur «Gebetswoche für die Einheit der Christen», die vom 18. bis 25. Januar dauert, findet in der Stadt Luzern auch in diesem Jahr ein Kanzeltausch zwischen der Lukas-, Franziskaner und Paulskirche statt. Die beteiligten Predigerinnen und Prediger berichten von ihren Erfahrungen auf «fremdem» Terrain.

Anlässlich der «Gebetswoche für die Einheit der Christen» findet in der Stadt Luzern nicht nur ein ökumenischer Gottesdienst in der Christuskirche statt. Etabliert hat sich auch ein so genannter Kanzeltausch, bei dem reformierte Pfarrerinnen und Pfarrer auf Kanzeln in katholischen Kirchen steigen und katholische Geistliche auf reformierte.

Organisiert wird dieser Kanzeltausch in der Stadt Luzern von der ökumenischen Spurgruppe, die von Vertreterinnen und Vertretern der katholischen Pfarreien St. Paul und St. Maria zu Franziskanern sowie dem reformierten Pfarrkreis Lukas gebildet wird. Neben dem Kanzeltausch zur «Gebetswoche der Einheit der Christen» ist die Spurgruppe noch für weitere ökumenische Anlässe verantwortlich, unter anderem «Hinauf nach Jerusalem», ein szenischer Gottesdienst am Montag der Karwoche, der Bettag im September, zwei Kirchennächte in der Vorweihnachtszeit oder das Handauflegen, das jeden Freitag von 17 bis 19 Uhr in der Lukaskirche stattfindet.

Interview mit Yvonne Lehmann

kathluzern.ch: Yvonne Lehmann, was ist die Idee des Kanzeltausches?
Yvonne Lehmann: Die Idee des Kanzeltausches besteht darin, die Geschwisterkirche immer besser kennen zu lernen. Die Gottesdienste sind unterschiedlich aufgebaut. Es ist wohltuend und spannend sich auf das «andere» einlassen zu können.

Bereiten Sie sich anders auf die Predigt vor, wenn sie vor Katholiken predigen?
Für mich ist die Predigtvorbereitung nicht anders, als wenn ich in der Lukaskirche predige. Ich versuche mich an die katholische Leseordnung zu halten. Zur reformierten gibt es da Unterschiede.

Was ist der Reiz des Kanzeltauschs? Was ist Ihre persönliche Motivation, daran teilzunehmen?
Die Ökumene liegt mir persönlich sehr am Herzen. Deshalb ist es für mich eine Ehre, am Kanzeltausch teilnehmen zu können.

Merken Sie, ob sie vor Katholiken oder Reformierten predigen? Sind die Reaktionen unterschiedlich?
Ich predige vor Menschen, nicht vor Katholiken oder Protestanten. Für mich ist es spürbar, ob ich ankomme oder nicht. In der Regel werden wir am «fremden» Ort sehr wohlwollend aufgenommen. Eine Messfeier ist etwas anderes als ein reformierter Predigtgottesdienst. Ich fühle mich in beiden zuhause.

Erhalten Sie Feedback auf Ihre Predigten?
Rückmeldungen auf die Predigten sind hüben wie drüben vorhanden, mal mehr, mal weniger. Findet im Anschluss des Gottesdienstes ein Kirchenkaffee oder ein Apéro statt, kommt man unweigerlich mit den Teilnehmenden ins Gespräch. Fällt dies weg kommt es schon vor, dass man auf der Strasse angesprochen wird oder sich jemand schriftlich meldet.


Zur Person

Yvonne Lehmann ist Sozialdiakonin der reformierten Lukaskirche und steht der Spurgruppe, welche den Kanzeltausch organisiert, seit 1996 vor. Anlässlich des Kanzeltausches predigt sie am Samstag, 20. und Sonntag, 21. Januar in der Franziskanerkirche.

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