Katholische Kirche Stadt Luzern  /  Katholische Kirche Stadt Luzern  /  Schaufenster

Schaufenster

Reger Austausch am Stand der Jüdischen Gemeinde.

«Unter einem Dach»

12. Mai 2017 Von: Daniel Lay

In der «Kornschütte» fand bereits zum dritten Mal die Veranstaltung «Unter einem Dach» statt: Mit Musik, Essen und dem gemeinsamen Thema «Erde» begegneten sich die in Luzern ansässigen Religionsgemeinschaften und entdeckten Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Kaum ein Tag vergeht, an dem Religionen nicht in der einen oder anderen Form Thema in den Medien sind. Im krassen Gegensatz zur Menge der Berichterstattung steht dabei das Bild, dass durch die Berichte von den Religionsgemeinschaften entsteht: Die Vielzahl der Berichte führt keineswegs zu einem klaren und ausgewogenen Bild. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall: Die Religionen werden verzerrt und meist negativ dargestellt.

Dieser Entwicklung möchte die vom Zusammenschluss der Luzerner Religionsgemeinschaften organisierte Veranstaltung «Unter einem Dach» entgegenwirken: Am vergangenen Mittwochabend hatten alle im Raum Luzern ansässigen Glaubensgemeinschaften die Möglichkeit, sich selbst an einem Stand zu präsentieren und mit anderen Gemeinschaften ins Gespräch zu kommen. Diese Gelegenheit nutzten in diesem Jahr die folgenden Glaubensgemeinschaften: Jüdische Gemeinde, Tibetergemeinschaft Luzern, Evangelische Allianz Luzern, Islamische Gemeinde, Tamilische Hindu-Kultur, Baha’i Gemeinde, Reformierte Kirche Kanton Luzern, Römisch-Katholische Kirche Kanton Luzern, Römisch-Orthodoxe Gemeinde, Eritreisch-Orthodoxe Gemeinde St. Maria Luzern/ St. Karli.

Ohne die mediale Verzerrung und im direkten Kontakt konnten die Gläubigen so über Unterschiede diskutieren, aber noch viel mehr Gemeinsamkeiten entdecken. Ausserdem veränderte der Austausch mit anderen Religionsgemeinschaften auch den Blick auf die eigene Religion. Diesen Punkt griff auch Sozialvorsteher Martin Merki in der Grussbotschaft der Regierung auf: «Gespräche erhöhen unser Verständnis für andere Religionen, zudem lernen wir unsere eigene Religion besser kennen.»

Gemeinsames Thema und Essen als Eisbrecher

Um den Austausch zwischen den einzelnen Religionsgemeinschaften zu fördern, liessen sich die Veranstalter zwei Dinge einfallen: Unter dem Motto «Was isst Religion?» wurden an den Ständen Spezialitäten aus den Ländern der Religionen serviert. Schliesslich geht nicht nur Liebe, sondern auch Verständigung durch den Magen: Beim gegenseitigen Probieren der Speisen kamen die Teilnehmer problemlos miteinander ins Gespräch. Der andere Eisbrecher war das gemeinsame Thema der Veranstaltung, das in diesem Jahr «Erde» lautete und an den Ständen aufgegriffen wurde. Ein Rundgang zeigte, dass Erde in allen Religionen eine besondere Bedeutung hat. Ohne Erde ist beispielsweise kein Leben denkbar. Entsprechend kennen verschiedene Religionen Erntedankfeste. Auch diese Gemeinsamkeiten regten den Austausch unter den Religionsgemeinschaften an.

Umrahmt wurde die Veranstaltung vom «Chor der Nationen Luzern», dessen 100 Mitglieder aus 25 verschiedenen Ländern stammen und bei dem über die Musik Integration stattfindet: Die Sängerinnen und Sänger bringen Lieder aus ihrer Heimat ein, die dann von allen gesungen werden.

Links zum Thema

Der Browser, den Sie benutzen, ist stark veraltet. Er besitzt bekannte Sicherheitsschwachstellen und bietet nur begrenzten Komfort. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser hier.