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Bildlegende: SVP-Politiker Andreas Glarner mit Flüchtling. Filmbild aus «Willkommen in der Schweiz» von Sabine Gisiger © Filmcoopi AG

Filmtipp: Willkommen in der Schweiz

27. Oktober 2017 Von: Sarah Stutte

Ausgehend vom Fall der Aargauer Gemeinde, die lieber 290’000 Franken zahlte, als Asylsuchende der aktuellen Flüchtlingskrise aufzunehmen, wirft der Film «Willkommen in der Schweiz» einen kritischen Blick zurück auf die Flüchtlingspolitik der Schweiz.

Eine kleine Aargauer Gemeinde widersetzt sich im Herbst 2015 dem Verteilschlüssel des Bundes als Folge der Flüchtlingswelle in Europa und weigert sich, zehn Asylsuchende aufzunehmen. Dafür werden schon vorsorglich Gebäude im Dorf abgerissen, die dem Kanton gehören, damit man keine Unterkünfte zur Verfügung stellen muss. Stattdessen bezahlt man lieber 290’000 Franken aus der Gemeindekasse und kauft sich mit der Ersatzabgabe von der Verantwortung frei. Das Beispiel macht Schule im Kanton. Regisseurin Sabine Gisiger lässt in ihrem Dokumentarfilm nicht nur den umstrittenen Gemeindepräsidenten zu Wort kommen, sondern auch die Vertreter einer Interessengemeinschaft, die sich für die Flüchtlinge stark macht sowie die Regierungsrätin des Kantons, die auch private Initiative zeigt. 

Zugleich veranschaulicht Sabine Gisiger mit historischen Einspielern, dass sich die Flüchtlingsdiskussion in der Schweiz ständig wiederholt und Massnahmen wie die Grenzschliessung für Juden im 2. Weltkrieg oder die Schwarzenbach-Initiative in den 70er-Jahren nach sich zog. Zurück bleibt man mit der Erkenntnis, dass jede Tat eine Wirkung hat, die man unter dem Mantel der Neutralität zu verhüllen versucht. Und dass Angst ein starker Motor ist, um diese Taten zu rechtfertigen. Für jede und jeden stellt sich die Frage, woher diese Angst vor «Unbekanntem» kommt und wie man mit ihr umgeht, in einer globalisierten Welt, die sich rasant verändert.

Kinostart: Donnerstag, 19. Oktober, Trailer «Willkommen in der Schweiz»

 

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