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Fronteingang der Reduktionskirche in San Javier (Santa Cruz), Bolivien. Foto: Bamse, www.wikipedia.org

Utopia im Urwald: Jesuitenstaaten in Lateinamerika

6. Dezember 2017 Von: Daniel Lay

Die Jesuiten errichteten im 16. Jahrhundert in Südamerika Landwirtschaftsbetriebe für die indigene Bevölkerung, die so genannten Reduktionen. Nicht ohne Erfolg – denn auf Drängen der Grossgrundbesitzer löste der spanische König die Reduktionen auf. In der Sendung «Sternstunde Religion» zeigen Filmausschnitte die Reduktionen, und zwei Experten diskutieren über das spannende Experiment.

Es war ein einzigartiges Experiment: Ende des 16. Jahrhunderts zogen Jesuiten in die Urwälder Lateinamerikas, brachten den Indigenen die Zivilisation und errichteten Dörfer mit einer handwerklichen Infrastruktur. Diese Siedlungen, sogenannte Reduktionen, florierten derart, dass Ökonomen damals begeistert schrieben, Paraguay sei das einzige Industrieland Südamerikas. Doch vor 250 Jahren war Schluss mit der Selbstverwaltung. Die Grossgrundbesitzer überzeugten den damaligen spanischen König, die Jesuiten zu vertreiben, die Reduktionen aufzulösen und die Indigenen den spanischen und portugiesischen Machthabern zu überlassen. 1957 ist der Schweizer Jesuit Felix Plattner den ehemaligen Dörfern nachgereist und hat diese Reise im Roadmovie «La Panamericana» dokumentiert. Die «Sternstunde Religion» zeigt Ausschnitte aus seinem historischen Filmdokument. Dazu gibt es eine Debatte mit dem Kirchenhistoriker Mariano Delgado und dem Historiker Jose Cáceres Mardones.

Sonntag, 10. Dezember, SRF 1, 10.00

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