Katholische Kirche Stadt Luzern  /  Agenda

Agenda

Gedanken zum Samstag der 4. Fastenwoche

Samstag, 28. März 2020 Zuhause am PC

An dieser Stelle möchten wir Sie einladen, sich in die Lesungstexte des Tages hineinzuvertiefen. Wir geben Ihnen hier einen kurzen Gedanken und Anregungen für ein GEbet.

Die Lesungen des heutigen Tages finden sie hier
oder als PDF am Ende dieses Beitrags.

Zu den Lesungen die folgenden Gedanken von Winfried Bader.

Ersttestamentliche Lesung: Jeremia 11,18-20

Es sind intime Gespräche des Propheten Jeremia mit Gott, die uns in den 5 sogenannten Confessiones = Bekenntnisse im Jermia-Buch in den Kapitel 11-21 überliefert sind. Der heute Lesungstext ist das erste davon.

Intim sind die Gespräche mit Gott vor allem deswegen, weil Jeremia hier vor Gott seinen ganzen privaten Ärger, seine ganze innere Verzweiflung trägt. Jeremia hält sich für einen frommen Menschen. Er versucht im Auftrag Gottes zu handeln. Er setzt sein Leben für die Botschaft Gottes ein. Umso verzweifelter ist Jeremia, dass seine Botschaft nicht gehört wird. Ja, schlimmer: Seine Gegner stellen sich aktiv gegen ihn, planen Böses gegen ihn und wollen ihn verderben, seinen Namen auslöschen. Das ist schlimm. Jede*r von uns kann sich vorstellen, wie dies Jeremia weh tun muss und in seinen Grundfesten erschüttert. Mit diesen Sorgen wendet sich Jeremia an Gott. Klagt vor ihm und bittet Gott, dass er für ihn Rache nehmen soll. Jeremia erklärt Gott für zuständig, er solle die Gegner rächen.

Der Lesungstext bricht hier leider ab. Doch wenn man all die fünf Bekenntnisse des Jeremia ganz liest, dann merkt man, was das eigentlich Intime an diesen Zwiegesprächen ist: Gott gibt Jeremia NICHT recht. Gott weigert sich, Jeremia zu rächen. Gott erklärt seinem treuen Diener Jeremia, dass die Welt so eben NICHT funktioniert. Der Fromme hat nicht die Garantie, dass es ihm gut geht. Gott ist kein Buchhalter, der einfach die Bilanz in Ordnung bringt, die Bösen bestraft und die Guten lobt. Gott ist frei in seinem Handeln und ein wirklich frommer Mensch muss diese Spannung aushalten, dass er trotz seiner Frömmigkeit verfolgt und benachteiligt ist, dass er trotz guter Lebensweise auf der Schattenseite des Lebens steht.

Diese Gedanken sind deswegen intim, weil das nur für den persönlichen Glauben gelten kann. Ich darf nicht von Aussen, womöglich als Kirche, unterdrückten und gefährdeten Menschen verordnen, das macht alles nichts, Gott wird es auf seine Weise richten. Ein verzweifelter Mensch kann aber für sich, im Vertrauen an Gott und seinen unerforschlichen Plänen, Trost finden.

Und sollten Sie wegen Krankheit oder Isolation verzweifelt sein, dann wünsche ich Ihnen zunächst viel gute Helfer*innen und für sich selbst die nötige Gelassenheit und Gottvertrauen.

Evangelium: Johannes 7,40-53

Kurz vor Ostern erklärt uns der Evangelist Johannes mit diesem Abschnitt, warum seine Kollegen Matthäus und Lukas ihre Weihnachtsgeschichten über die Geburt von Jesu auf ihre je unterschiedliche Art so erzählten, dass das Kind jeweils in Betlehem zur Welt kam. Matthäus und Lukas wollten genau diesen Vorwürfen, Jesu könne nicht der Christus sein, weil er aus Galiläa stamme, entkräften, indem sie seine Geburt in die Stadt Davids verlegten. So ist bei ihnen von Anfang an klar: Ein Kind, das so zur Welt kommt, muss der Christus sein. Es ist leider so klar, dass wir in der ganzen Weihnachstfreude über das herzige Baby diesen theologisch wichtigen Punkt oft aus dem Blick verlieren.

Hier hilft uns jetzt Johannes kurz vor den Tagen der Passion, das zu überdenken. Er rüttelt uns wach zu überlegen, wer den Jesus für uns ist. Er macht darauf aufmerksam, uns in die Worte Jesu in den Schriften der Bibel so hinein zu vertiefen, dass auch wir wie die Gerichtsdiener überzeugt sagen können: «Noch nie hat ein Mensch so gesprochen!»

Segen

Gott,
pflanze den Samen und behüte den Sprössling.
Gott,
schütze den Baum und lasse ihn wachsen.
Gott,
gewähre ihm Regen und Sonne, damit er lebt.
Gott,
segne ihn,
indem du seine Frucht bei dir sammelst.

Amen.

 

Weitere Informationen

Anmeldeschluss

Samstag, 28. März 2020 , Wer gerne mit dem Pfarreiseelsorger Winfried Bader über die Tageslesungen in ein (schriftliches) Gespräch kommen will, kann seine Gedanken gerne hier an ihn richten.

Der Browser, den Sie benutzen, ist stark veraltet. Er besitzt bekannte Sicherheitsschwachstellen und bietet nur begrenzten Komfort. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser hier.