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Schaufenster

Angeregt diskutieren christliche und muslimische Frauen über ihre Erfahrungen mit Ritualen im Alltag. Bild: Claudia Conte

Interreligiöser Dialog zwischen Frauen

17. September 2013 Von: Nicola Neider Ammann

Was bedeuten uns religiöse und spirituelle Rituale in unserem Alltag? Zu dieser Frage tauschten sich am Mittwoch, dem 11. September in der Bosnischen Moschee in Emmenbrücke über 40 muslimische und christliche Frauen aus. Dabei wurden erstaunliche Gemeinsamkeiten, aber auch einige Unterschiede entdeckt.

Es ist ein Zufall, dass dieser Abend genau am 11. September stattfindet. Und doch schwingt dieser Jahrestag im Hintergrund des Dialogs zwischen christlichen und muslimischen Frauen mit. Und ganz bewusst setzen sie einen Kontrapunkt zur sonstigen Berichterstattung um diesen Jahrestag der Anschläge in den USA. Nicht Extremismus und pauschale Verurteilungen, sondern der Dialog und die gemeinsame Suche nach dem, was uns halt gibt stehen an diesem Abend im Mittelpunkt. Je drei muslimische und christliche Frauen geben in kurzen Impulsen Einblick in ihren eigenen Umgang mit Ritualen, was ihnen Kraft und Halt gibt im Alltag, wie sie als Kinder aufwuchsen und was sie heute noch praktizieren. Im Anschluss können die christlichen Frauen dem Gebet der muslimischen Frauen in der Moschee beiwohnen, wo das ganze Treffen stattfindet, zu dem der Islamische Frauenverein gemeinsam mit dem Bereich Migration/Integration der Katholischen Kirche Stadt Luzern eingeladen hat. Nach dem Gebet tauschen sich die rund vierzig anwesenden Frauen in Kleingruppen über ihre eigenen Erfahrungen aus. Und entdecken dabei, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt: Allen ist es zum Beispiel ein Anliegen, im persönlichen Gebet den Tag am Abend Revue passieren zu lassen, oder vor dem gemeinsamen Essen kurz inne zu halten. Besonders den Familienfrauen ist es ebenfalls wichtig, dass sie mit ihren Kindern gemeinsam Rituale feiern, nicht nur im Jahreszeitenkreis, sondern auch im normalen Alltag. Es gibt aber auch Unterschiede: So ist es den muslimischen Frauen sehr wichtig, jeden Tag die fünf Gebetszeiten wirklich einzuhalten. Die meisten christlichen Frauen, und erst recht jene, die sich als kirchlich distanziert fühlen, bekunden eher Mühe mit ritualisierten Gebeten. Sie begeben sich lieber auf die Suche nach neuen Formen und erinnern sich nur noch aus ihrer Kindheit daran, dass beim Läuten der Kirchenglocken einst alle inne hielten, um den "Engel des Herrn" zu beten. Der Abend endet in herzlichen und angeregten Gesprächen bei einem feinen Apéro welches vom Islamischen Frauenverein vorbereitet wurde. 

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