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Schaufenster

Der Franziskanerchor singt interreligiöse Adventslieder.

«Dir Entgegen» – Brücken bauen im Advent

6. Dezember 2021 Von: Silvia Müller

Begeisterung für das Adventssingen am 5. Dezember 2021 in der Franziskanerkirche!

Das Adventssingen war ein gelungener Anlass. Der Franziskanerchor, unter der Leitung von Ulrike Grosch, sang und spielte zusammen mit den Solist*innen und Instrumentalist*innen sowie Freddie James an der Orgel. Es war eine grosse Freude, das Adventssingen dieses Jahr wieder durchzuführen und zu erleben, wie sich die Kirche trotz der aktuellen Situation mit vielen Besucher*innen füllte.

Musik ist die Sprache des Glaubens, egal in welcher Religion

Ulrike Grosch, welche die Musik zum Thema des diesjährigen interreligiösen Adventssingens ausgewählt hat, vereinte verschiedene Religionen. Ob jüdischer, christlicher oder muslimischer Herkunft, alle konnten in der Musik ihre Sprache des Glaubens finden.

Ein erster musikalischer Höhepunkt war die Verbindung des Adventsliedes «Macht hoch die Tür» mit seinen immer wieder neuen Formulierungen von Bildern und Attributen Gottes mit den im Islam beheimateten gesungenen Rezitation der 99 schönsten Namen Gottes. Diese wurden von der Sängerin Najat Sulaiman gesungen und von Hassan Taha auf der Oud begleitet. Das war ein erster berührender Moment zum musikalisch-adventlichen Brückenbauen! Weitere solistische Werke durften wir von ihnen mit dem Lied «Ich habe den Glauben» und «Ich habe keine Zuflucht ausser Deinem Heim» hören. Ihnen beiden einen ganz besonderen Dank!

Das Lied «Es kommt ein Schiff geladen» mit seiner jüdisch-christlich-islamischen Version hat das Symbol der grossen Sehnsucht der Menschen nach Hoffnung und Freiheit aufgenommen.

Die Person Marias als Gottesgebärerin hat Ulrike Grosch inspiriert, weitere Brücken zur jüdischen und islamischen Religion aufzunehmen. Das Chorwerk von Khadija Zeynalova «Maria durch die Wüste ging», welches vor einem Jahr in Frankfurt am Main uraufgeführt wurde, erklang in der Schweiz zum ersten Mal und machte das Adventssingen mit diesem speziellen Musikgut um Maria zu einem weiteren gelungenen Höhepunkt.

«Kinderwindeln sind das Zeichen des Helden»

Li Hangartner hat das Adventssingen mit beeindruckenden Texten umrahmt. Sie kündet das Lied «Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein grosses Licht» von Albert Becker an, indem sie von der Hoffnung der Hirten berichtet, die als erste in den geringen Zeichen von Windeln als Helden und Futtertrog als Thron ihren Retter suchen und finden. Sie erzählt: Gott ist unkenntlich geworden in dem kleinen Kind. Er meldet sich nicht mehr unter dem Namen der Macht und des Glanzes. Er hat seine Glückshaut abgestreift. Sein Name ist Habenichts, Flüchtling, Todgeweihter. Ein geheimnisvoller Mensch, der die Tränen nicht trocknet, die Wunden nicht heilt. Und der nicht weicht aus den Verstörungen unseres eigenen Lebens.

Das Chanukka-Lied «Hawa narima»

Ein Melodietransfer vom Christentum zum Judentum bildete den letzten Teil des Adventssingens. Im Lied «Tochter Zion» von Georg Friedrich Händel wird die Geschichte des Makkabäeraufstandes erzählt, worauf sich das Chanukkafest, das jüdische Lichterfest, bezieht. Der israelische Kinderbuchautor Levin Kipnis hat das berühmte Chanukkalied «Hawa narima» auf Händels Melodie gedichtet.

«Brücken bauen im Advent»

Möge die Brücke des Aufeinander-zu-Gehens und -Singens mit diesem interreligiösen Wortklang des diesjährigen Adventssingen eine standhafte sein.

Für die vielen positiven Rückmeldungen und die grosszügige Kollekte sei herzlich gedankt.

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