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Schaufenster

Andacht zu Mariä Lichtmess. Foto: Katrin Schwingruber

«Wenn Wort und Musik sich stützen»

12. Februar 2021 Von: Silvia Müller

Zum Fest der Darstellung des Herrn - traditionell: Mariä Lichtmess - hielten die Mitglieder des Franziskanerchors eine Andacht. Der Pfarreirat gestaltete zusammen mit Justin Rechsteiner Gebete und Texte; ein kleines Ensemble unter Leitung von Ulrike Grosch und unserem künftigen Organisten Freddy James verhalfen mit ihrer Musik den Worten zu ihrer tiefen Wirkung.

Für alle Sängerinnen und Sänger des Franziskanerchors aber auch für viele Musiker-/innen ist die Zeit der Pandemie äusserst einschneidend. Durch das Verbot aller sängerischen Tätigkeiten im Laienbereich droht eine nachhaltige Schädigung ihres Beitrags zum Kulturleben der Pfarreien. Keinesfalls darf hier von einem zeitweisen Ausfall eines Hobbys gesprochen werden. Denn in drastischen Fällen droht nur noch die erzwungene Auflösung von Chören sowie die damit verbundenen Verlusten von Arbeitsplätzen für Chorleiter-/innen, Stimmbildner-/innen, Gesangslehrpersonen und Solisten.

In all dem «dafür» und «dagegen» ob öffentliche Andachten, die der Franziskanerchor zusammen mit dem Pfarreirat entwickelt und gestaltet hat, in aktuellen Zeiten vernünftig sind, müssen wir als Gläubige und Suchende selbst mit dem Willen Gottes herausspüren. Durch kreative Ideen, dem Einbezug engagierter Mithelferinnen und Mithelfer und unter Einhaltung bewährter Schutzkonzepte könnte der Kulturbetrieb ganzheitlich, zumindest wieder ansatzweise, in unserer Pfarrei aufleben und somit unser Gemüt in düsteren Zeiten erhellen.

Dem Franziskanerchor ist es ein grosses Anliegen in Zeiten der Pandemie auch ohne Chorproben verbunden zu sein. Die Idee, öffentlich für die Pfarrei eine Andacht zu entwickeln und zu gestalten, stiess bei allen Sängerinnen und Sänger auf positives Echo. So war nach der ersten Adventsandacht der Wunsch nach einer zweiten unüberhörbar.

Die durchwegs positiven Rückmeldungen der Mitfeiernden haben gezeigt, dass es auch in Zeiten der Pandemie ein Bedürfnis ist, sich von Gottes Wort und Gesang berühren zu lassen und nicht nur als Ansteckungsrisiko.

In der Liturgie spricht Gott mit seinem Heiligen Wort, in ihr verkündet Christus die Frohe Botschaft und wir antworten mit Gebet und Lobgesang. So stand der Lobgesang des greisen Simeon in unserer zweiten Andacht, am Festtag «Darstellung des Herrn», zusammen mit dem «Magnificat», dem Lobgesang der Maria, im Zentrum unserer Feier.

 «Meine Augen haben das Heil gesehen»

So hören wir es im Lukasevangelium im Lobgesang «Nunc dimittis» des greisen Simeon, dem prophezeit wurde, er werde nicht sterben, bevor er den Messias gesehen habe. Das Loblied des Simeon überzeugt: Jesus ist der gegenwärtige Messias und zugleich ist er der Messias einer ferneren Zukunft. Für Simeon können wir es deuten als sein Abschiedsgebet, als Abendgebet für sein langes Leben. Hochbetagt ist er bei dieser Begegnung wunschlos glücklich. Und noch mehr: Nicht nur das jüdische Volk, sondern auch die grosse Völkerwelt, also alle heidnischen Völker erfahren messianisches Heil. So bringt das «Nunc dimittis» bereits eine Zusammenfassung von Jesu Menschwerdung und allen seinen Botschaften.

Musikalisch hörten wir Gesang auf höchstem Niveau. Gestaltet wurde die Feier durch vier Solisten, begleitet von Freddie James an der Orgel und dies unter der Leitung von Ulrike Grosch.

Die hohe Anzahl der Mitfeiernden hat bewiesen, dass die Musik der Pfarrei St. Maria zu Franziskaner Möglichkeiten besitzt, die keinem anderen Medium eigen sind. Sie vermag vom Unsagbaren eine Ahnung vermitteln und dem Unaussprechlichen eine «Stimme» geben, in Lob, Dank und Vertrauen, aber auch im Fragen und Klagen. So wird Musik zur «Klangrede», die letztlich über sich hinaus auf eine transzendente Sphäre verweist. Es steckt die Sehnsucht in uns, in unserer ganzen Existenz angesprochen zu werden, in unserer Leib-Seele-Einheit, mit all unseren Kräften und Sinnen.

Und gerade in aktuellen Zeiten ist es besonders wertvoll, in solchen oder ähnlichen Vorhaben nicht alleine da zu stehen, sondern in der Ideenentwicklung unterstützt und getragen zu werden, um für unsere Pfarrei das Bestmögliche in dieser Zeit des Ausharrens herauszuschöpfen. Für die Unterstützung durch den Pfarreirat, Justin Rechsteiner und dem Sakristan Lorenzo Zgraggen sei herzlich gedankt.  

Silvia Müller
Mitglied des Franziskanerchors

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