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Schaufenster

Jugendliche bei Sprayworkshop

«Hall of Fame Freigleis»: An dieser Wand darf legal gesprayt werden

10. Juli 2018 Von: Katharina Mehr

Personen aus dem Raum Luzern, die sich für Graffiti interessieren, hatten bislang kaum Möglichkeiten, ihre Leidenschaft auszuleben. Damit ist nun Schluss: Seit Juli dürfen Anfänger und Profis nahe des Velowegs «Freigleis» ganz legal eine Wand besprayen.

Graffitikünstlerinnen und -Künstler aus der Region Luzern können nun ihre Kreativität ganz legal ausleben. Möglich macht dies die «Hall of Fame Freigleis», die in unmittelbarer Nähe zum gleichnamigen Veloweg zwischen Luzern und Horw eröffnet wurde. Den Anstoss gaben zwei junge, graffitiinteressierte Männer aus Horw, welche mit ihrem Anliegen nach einer legalen Spraywand an die Jugendanimation Horw herantraten. Auch die Nachbarsgemeinde zeigte Interesse an diesem soziokulturellen Projekt, so dass nun die Quartierarbeit Moosmatt Stadt Luzern und die offene Jugendarbeit Bachstei der Kath. Kirche Stadt Luzern sich beteiligen.

Optimaler Standort

Die Wahl für den Standort «Freigleis» fiel bei einem Rundgang quer durch Luzern Süd. «Die Fläche beim alten Bahngleis und dem heutigen Veloweg entspricht unseren Bedürfnissen optimal», freut sich Kathrina Mehr von der Jugendanimation Horw. Auch Ariel Merz, Mitarbeiter der Quartierarbeit Moosmatt unterstützt diese Sicht, denn «Hier im Grünen und ausserhalb des Wohnraumes ist genügend Platz vorhanden“. Die Wand liegt just unter einem Gewerbegebäude der LUK Center AG, welche nach einem Gespräch die Zustimmung für die Nutzung der Wand gab.

Die neue legale Fläche ist für alle Graffitiinteressierten offen, egal ob Anfänger und Anfängerin oder erfahrene Profisprayer. Zudem soll die Fläche auch für Graffitiworkshops von den umliegenden Kinder- und Jugendanimationsstellen und weiteren Jugendorganisationen genutzt werden können. 

Erste Graffitis zieren die Wand

Am Samstag, 23.Juni wurde die legale Graffitiwand offiziell eröffnet. Beim Eröffnungsfest erhielten Kinder und Jugendliche bei zwei Workshops die Gelegenheit, erste Erfahrungen im Sprayen zu sammeln. Auch bei den Graffitisprayer und -sprayerinnen, welche ihre Künste unter Beweis stellen wollten, herrschte grosse Freude über die neue Hall of Fame. „Der Event bot neben dem Sprayen auch eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Künstlern und Künstlerinnen auszutauschen. Das war eine gute Erfahrung und es ist schön zu hören, dass sich der Aufwand gelohnt hat.“, meinte ein Mitglied der Projektgruppe zufrieden. Auch Oskar Mathis, Gemeinderat aus Horw (L20) besuchte das Eröffnungsfest und war positiv überrascht vom Ansturm und der regionalen Vielfalt der Besuchenden. „Hier hat es Leute, die auch aus anderen Kantonen angereist sind, das ist ja sogar ein kantonsübergreifendes Projekt“, stellte er begeistert fest. Am Ende des Tages sah die Wand, welche zuvor eher ein trostloses Erscheinungsbild von sich gab, wie ein überdimensionales Kunstwerk aus. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: «Durch das Anbringen von hochwertigen Graffitis nehmen unschöne Schmierereien ab, wodurch das öffentliche Bild aufgewertet wird.», wie der Jugendarbeiter der kath. Kirche Luzern Dominik Reding erklärte.

Auch beim Graffiti gibt es Regeln

Damit das Projekt «Hall of Fame» ein langfristiger Erfolg bleibt, hat die Jugendanimation Horw zusammen mit der Eigentümerschaft verschiedene Regeln definiert, die vor Ort einsehbar sind. Beispielsweise ist das Sprayen nur in einem klar definierten Bereich erlaubt. Nicht geduldet werden zudem politische, rassistische, gewaltverherrlichende oder sexistische Parolen. Zudem darf keine Farbe in den Boden gelangen, damit die Umwelt keinen Schaden nimmt.

Die Projektgruppe hat sich dazu bereit erklärt, sich um den Unterhalt der Wand zu kümmern. Unter anderem sind sie für das gelegentliche Grundieren oder Übermalen unpassender Sprayereien zuständig. Anliegen können bei der Jugendanimation Horw deponiert werden, da sie die Projektgruppe begleitet. 

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