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Katholische Kirche Stadt Luzern  /  Pfarreien & Standorte  /  Der MaiHof - St. Josef  /  Schaufenster

Schaufenster

Wer davor steht, streckt häufig ganz unbewusst die Hand aus, um fasziniert die gestrickten Säulen zu berühren, die sich im Wind leicht hin und her bewegen. (Foto: Ursula Norer)

«daZWISCHen» Gedanken II

30. März 2020 Von: Silke Busch

Das Kunstwerk von Vera Staub zieht viele Blicke auf sich. Manche kommen sogar extra vorbei, um diese Installation „live“ zu bestaunen. Doch derzeit sind wir nicht nur hier aufgerufen, Berührung zu vermeiden. In ungewohnter Zurückhaltung begrüssen wir uns von Weitem, drücken Türklinken mit dem Ellbogen auf, desinfizieren die Hände bevor wir zum Einkaufswagen greifen und halten gebührend Abstand zueinander. Erstaunlich, wie schnell sich Eingespieltes wandelt und wir auf viele Anlässe verzichten.

Wunderbar – wandelbar – unter diesem Motto sollte am 26. März 2020 die Jahresversammlung von frauen maihof stattfinden. Und es sollte gefeiert werden, denn frauen maihof bereichern bereits seit 10 Jahren das Pfarrei- und Quartierleben. Der Corona-Virus machte uns einen Strich durch die Rechnung.

…nicht berühren!

Zur Beschreibung der jetzigen Situation fallen mir Adjektive wie beängstigend, beklemmend, befremdlich, bestürzend ein. Statt der wohltuenden weichen w´s in wunderbar und wandelbar tauchen in meinen Gedanken die Wörter mit «be» auf. Diese Gedanken kamen mir auf einem Spaziergang, und zunächst hatte ich die Idee, zu Hause eine Grammatik zu studieren und nachzuschlagen, ob die Vorsilbe «be» bei der Bildung von Adjektiven zur Beschreibung von negativen Sachverhalten dient. Die Idee verwarf ich allerdings sogleich als zu wissenschaftlich. Was wir zurzeit aus der Wissenschaft hören ist zumindest zum Teil eher verstörend als erhellend. So machte ich mir weiterhin meine eigenen Gedanken.

Berührt werden

Und prompt viel mir gleich berührend ein. Es ist berührend, wie oft ich in den letzten Tagen von spontaner und unkomplizierter Nachbarschaftshilfe gehört habe. Sei es bei der Kinderbetreuung, bei kleinen Sozialkontakten oder Einkäufen. Da es nicht an die grosse Glocke gehängt wird, erfahren wir davon wenig, aber es findet statt.

Beruhigend ist es, dass die Massnahmen, die zum Schutz der Bevölkerung getroffen werden, nachvollziehbar und breit gestützt sind. 

Obwohl keine Gottesdienste stattfinden, können wir gerade jetzt besinnliche Stunden in kleinem Kreis oder auch allein erleben.

Betulich, ein Wort, das den Geschmack von Langeweile, Zurückgezogenheit und Weltfremdheit trägt, könnte wieder in Mode kommen. Denn zwangsläufig ist unser Leben betulicher geworden, obwohl man neudeutsch heute eher entschleunigt sagt. 

Staunen

Am Ende meines Spaziergangs stand für mich auf jeden Fall fest, dass bestimmte Vorsilben nicht bestimmen, ob ein Wort eine positive oder negative Wirkung hat. Das trifft auch auf diese gesellschaftliche Krise zu, die in ihrem ganzen schlimmen Ausmass auch schöne Seiten unseres menschlichen Miteinanders zu tage fördert. 

Zuversichtlich bin ich im Übrigen, dass wir unser Jubiläum doch noch in diesem Jahr gebührend feiern werden. Es gibt noch viele Veranstaltungen im neuen Jahresprogramm von frauen maihof, die dafür Gelegenheit bieten. Wir freuen uns auf Sie!

Silke Busch, Quartierarbeiterin

«daZWISCHen» Gedanken

Jede Woche wollen wir uns aus dem MaiHof mit einem Zwischengedanken zu unserem Kunstwerk an dieser Stelle zu Wort melden. Seit Anfang März ist die textile Installation von Vera Staub im MaiHof zu sehen. Vieles ist seither geschehen, was für uns alle nicht vorstellbar war.

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