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Schaufenster

«daZWISCHen» Gedanken VI

5. Mai 2020 Von: Ursula Norer

Die Knoten in den Säulen der textilen Installation von Vera Staub mögen manche irritieren – oder inspirieren zur Ambivalenz von Knoten im Alltag und im Leben.

Knoten geben Halt und Sicherheit

Beim Klettern und Segeln sind die Kenntnisse über die richtige Knotentechnik unerlässlich für die eigenen Sicherheit und auch die der Partner. Damit wird verhindert, dass das Seil ungehindert und haltlos durchgleitet. Es gibt bewegliche Knoten, solche, die fixieren und welche,  die verbinden. Im übertragenen Sinn spricht man auch von „Knotenpunkten des Lebens“.  Wichtige Ereignisse verknüpfen sich, Lebenswege verbinden sich und Entscheidungen bestimmen den weiteren Weg: der Übergang vom Elternhaus in die Selbständigkeit, der Beginn des Berufslebens genauso wie der Abschied in die Pension. Das Versprechen in der Partnerschaft und gemeinsame Wege, die Geburt eines Kindes. Das alles sind prägende Stationen in unserem Lebenslauf. 

Verschlungen und verworren

Manche Knoten bereiten weniger Freude z. B. in Schuhbändern, Gartenschläuchen und Stromkabeln. Dort sind sie störend und von wenig Nutzen.  Knoten verhindern, dass es „wie am Schnürchen“ läuft – auch das kennen wir im Alltagsleben. Wer den „Gordischen Knoten“ lösen kann, findet Lösungen für ein scheinbar unüberwindbares Problem. 

Maria, die Knotenlöserin

In der Wallfahrtskapelle St. Peter am Perlach in Augsburg hängt eine Darstellung von Maria,  die geduldig aus einem weissen Band Knoten um Knoten löst. Im Marienmonat Mai erinnert mich der Knoten unserer Installation an dieses Marienbild

Das Motiv des Marienbildes hat etwas: Knoten werden gelöst, Verstricktes wird aufgedröselt, Verwirrtes bekommt wieder eine Gradlinigkeit. Diese Aussage - oder besser gesagt - dieses Hoffnungszeichen spricht mich an. Wer wünscht sich das nicht, von seinen Verstrickungen erlöst zu werden! Oder ganz einfach gesagt, dass das Leben mal glatt läuft, so glatt wie das Band auf dem Gemälde, das der Engel dem Betrachter hinhält! Das Bild erzählt von der Sehnsucht nach einem guten Leben. Von der Sehnsucht, dass ich mit meinen Verstrickungen nicht allein dastehe, dass mich jemand begleitet und unterstützt und mir helfend zur Hand geht. Maria sind schwierige Situationen in ihrem eigenen Leben bekannt. Vielleicht finden wir gerade jetzt auch bei ihr ein offenes Ohr:

Verworrenes zu entwirren,
Verschlungenes zu glätten,
Verknotetes zu lösen,
Verletzungen zu heilen.

Mit viel Geduld und Ausdauer,
mit Mut und Offenheit,
mit Fingerspitzengefühl
mit Wohlwollen und Tatkraft,
mit Treue und Kreativität
und mit grossem Vertrauen,
dass alles gut wird.

Ursula Norer

«daZWISCHen» Gedanken

Jede Woche wollen wir uns aus dem MaiHof mit einem Zwischengedanken zu unserem Kunstwerk an dieser Stelle zu Wort melden. Seit Anfang März ist die textile Installation von Vera Staub im MaiHof zu sehen. Vieles ist seither geschehen, was für uns alle nicht vorstellbar war.

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