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Schaufenster

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«Bibel des Monats»: Katholische Familienbibel

7. Juli 2021 Von: Winfried Bader

Eine Bibel aus der Innerschweiz – nicht im Dialekt, sondern schriftsprachlich. In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts war sie die erste dieser Art im gesamten deutschen Sprachraum.

Der Vikar von Sancta Maria in Luzern machte sich 1944 an die Arbeit, die Bibel für Familien aus dem Hebräischen und Griechischen ins Deutsche zu übersetzen. Damit war er an der Spitze der kirchlichen Entwicklung, und setzte die erst 1943 erschienene Enzyklika «Divino Afflante Spiritu» von Pius XII. um.

Und heute unvorstellbar: Für diese Arbeit wurde der junge Vikar Herbert Haag von seinem Bischof Franz von Streng von allen seelsorgerlichen Aufgaben in St. Maria für anderthalb Jahre entbunden. Welche Nachteile die mangelnde Seelsorge der Pfarrei brachte, ist nicht bekannt. Bekannt und geblieben ist aber diese großartige, weil fortschrittliche und brandneue Bibelausgabe der Katholischen Familien-Bibel, erschienen im Fraumünster-Verlag Zürich 1947.

Die Idee kam vom Verlag

Es war die Initiative des Fraumünster-Verlags in Zürich aus dem Jahr 1942, der das Rundschreiben des Heiligen Vaters Pius XII. über die zeitgemäße Förderung der biblischen Studien vom 30. September 1943 zur Hilfe kam. Mit diesem Rundschreiben, der Enzyklika «Divino Afflante Spiritu», wurde seitens Roms das bestätigt, erlaubt und gefördert, was seit den 30er Jahren die Idee der Bibelbewegungen in Deutschland und der Schweiz war. Die «Katholische Bibelbewegung» – ab den 60er Jahren dann das Schweizerische Katholische Bibelwerk – wurde 1935 gegründet. Ihr Anliegen war «die Heranführung der Priester an eine biblische Spiritualität. Die Bibel sollte «kanzelfähig» gemacht werden, und zwar nicht nur als Zitatensammlung, sondern als gesamte Schrift und auch durch die biblischen Gestalten. Priester sollten biblischer predigen lernen» (Dieter Bauer, in: SKZ 35/2010).

Ein innerschweizerisches Übersetzerteam

Der Verlag organisierte ein Übersetzerteam:

     

  • P. Dr. Theodor Schwegler OSB (1887-1967) stammt aus Willisau und war Mönch in Einsiedeln. Dort studierte und lehrte er und betrieb exegetische Forschungen.
  • Prof. Dr. F. A. Herzog (1880-1962) stammt aus Sursee. Er lehrte als Professor für Altes Testament an der Theologischen Fakultät in Luzern (1925-1949) und war Stiftspropst am Stift St. Leodegar im Hof in Luzern (1938-1955).
  • Zu diesen beiden gestandenen und erfahrenen Männern gesellte sich als dritter der in Singen am Hohentwiel geborene Schweizer Theologe Dr. Herbert Haag (1915-2001). Der junge Mann war nach Studien am Collegium Germanicum in Rom, dem Institut Catholique in Paris und seiner Promotion in Freiburg i.Üe. gerade Vikar geworden in Sancta Maria zu Franziskanern in der Au in Luzern (1942-1948). Herbert Haag war dann später Professor für Altes Testament zunächst in Luzern (1948-1960) und dann in Tübingen (1960-1980), wo er mein erster Lehrer im Alten Testament war.
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Dieses Innerschweizer Trio übersetzte in weniger als drei Jahren gemeinsam das Alte Testament aus den Ursprachen Hebräisch, Aramäisch und Griechisch.

Der Text des Neuen Testaments wurde aus der vom Salesianerpriester P. J. Perk übersetzten Ausgabe übernommen, die bereits einige Jahre vorher im Benziger-Verlag als eigenes Buch erschienen war.

Eine besondere Bibel

Entstanden ist eine besondere Bibel in packender Übersetzung und ungewöhnlicher, aber theologisch tief durchdachter Anordnung der biblischen Bücher innerhalb des Alten Testaments. 50 Abbildungen, 16 farbige Kunstdrucke, 5 Landkarten und viele Verzeichnisse machen die Ausgabe zu einer echten Familien-Bibel.

Winfried Bader

 

Die im Studiolo der Peterskapelle gezeigte Bibelausgabe ist Teil der Bibelsammlung von Winfried Bader im Pfarrhaus der Franziskanerkirche, Franziskanerplatz 1.
Eine Besichtigung der Bibelsammlung für einzelne oder kleine Gruppen auf Anfrage.
Für Gruppen von 4-8 Personen wird auf Anfrage auch ein Event «Whisky&Bible» angeboten.

Auskünfte zu Besichtigung und Event per Email: winfried.bader@kathluzern.ch

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