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Schaufenster

«Bibel des Monats»: Münsterschwarzacher Psalter. Die Psalmen

8. März 2021 Von: Winfried Bader

Gerade die Vorbereitungszeit auf Ostern lädt ein, sich auf die alten biblischen Gebete der Psalmen einzulassen, vielleicht jede Woche oder sogar täglich einen Psalm zu beten. Die Mönche des Benediktinerklosters Münsterschwarzach beten in ihren Gebetszeiten jede Woche alle 150 Psalmen – dafür haben sie sich diese eigens übersetzt.

Psalmen sind Gebetsformulare für einzelne oder für Gruppen. Sie greifen alle menschliche Emotionen und Handlungsweisen auf. Der Mensch trägt diese betend vor Gott im Grundmodus der Dankbarkeit, der Wut und des Vorwurfs, der Verzweiflung oder Zuversicht. Immer aber – das ist der hebräische Name der Psalmen Tehilim = Lob und Preis (das bekannte Gebetswort «Halleluja» ist übrigens mit dem Wort Tehilim verwandt) – um Gott zu loben, den Einzigen, der für alles «zuständig» ist.

Die betenden Gruppen der Psalmen blicken auf ihre gemeinsame Geschichte zurück, finden ihre Identität und ihre Gewissheit, dass Gott in der Geschichte wirkt. In vielen Details, zahlreichen Bildern und verschiedenen Eigenschaften wird Gott beschrieben, immer wieder neu, immer wieder anders. So ergeben die einzelnen Sätze der Psalmen wie ein Mosaik ein facettenreiches Bild von Gott.

Wie entstand diese Übersetzung?

Die Gebetszeiten der Klöster waren stets vom lateinischen Psalmengesang dominiert. Manche Klöster singen die Psalmen auch heute noch auf Latein. Doch ein Teil der Klöster ist nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) im Zuge der allgemeinen liturgischen Entwicklung zur Landessprache übergegangen. So gab es das Bedürfnis nach einem deutschen Text der Psalmen, der nicht nur verständlich ist, sondern sich auch den alten Melodien und traditionellen Singweisen des Stundengebets anpasst. In enger Zusammenarbeit von Musikern und Bibelauslegern, Mönchen mit der täglichen Erfahrung des Betens und Singens und Textwisssenschaftlern, die auf die Buchstabentreue achteten, entstand diese neue Übersetzung der Psalmen.

Das Gebetbuch der Mönche

Veröffentlicht wurde diese Übersetzung aber nicht als biblisches Buch, sondern sie erschien 1990 im neuen «Benediktinischen Antiphonale», dem Gebetbuch der Mönche. Dort stehen die Psalmen nicht in der Reihenfolge der Bibel, sondern in der für die Stundengebete verwendeten Anordnung, ergänzt durch Gebet, Lesungen und Antiphonen. 

Erst später entsprachen die Übersetzer dem Wunsch vieler Menschen ausserhalb der Klöster, diese besondere Psalmenübersetzung auch als kleines Büchlein in der gewohnten biblischen Reihenfolge zum Lesen und Beten zur Verfügung zu haben. In der Form unserer «Bibel des Monats» erschien diese Psalmenausgabe 2003 im Vier-Türme-Verlag von Münsterschwarzach.

Eine besondere Übersetzung

Der Text eignet sich für den Gesang. Die musikalischen Schlussformeln für die Versmitte und den Versabschluss fordern festliegende Betonungsrhythmen. So hat der Text ein ansprechendes Metrum, ähnlich einem klassischen Gedicht. Das gemeinsame Rezitieren oder Singen braucht eine Lockerheit des Sprachduktus. Das ist auch fürs Lesen ein Gewinn.

Bei den Verben wird genau zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unterschieden, was andere Übersetzungen vernachlässigen. Jetzt weiss man wieder, wann die Beterin auf vergangenes Leid zurückblickt und wann sie kommendes Glück von ihrem Gott erhofft.

Wöchentlich alle 150 oder wenigstens ein Psalm?

Wie die Mönche alle 150 Psalmen pro Woche zu beten ist anspruchsvoll. Aber bis Ostern wöchentlich einen Psalm zu lesen, das könnte doch ein guter Vorsatz sein. Starten Sie doch einfach mit den Psalmen, die Sie unten in der Bildstrecke finden... 

Winfried Bader

 

Die im Studiolo der Peterskapelle im Monat März gezeigte Bibelausgabe ist Teil der Bibelsammlung von Winfried Bader im Pfarrhaus der Franziskanerkirche, Franziskanerplatz 1.
Eine Besichtigung der Bibelsammlung für einzelne oder kleine Gruppen ist auf Anfrage möglich.
Für Gruppen von 4-8 Personen wird auf Anfrage auch ein Event «Whisky&Bible» angeboten.

Auskünfte zu Besichtigung und Event per Email: winfried.bader@kathluzern.ch

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