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Katholische Kirche Stadt Luzern  /  Pfarreien & Standorte  /  Peterskapelle  /  Schaufenster

Schaufenster

Für die Ausstellung «PALACETINE» wurde der Innenraum der Peterskapelle virtuell nachmodelliert. Mit einer speziellen Brille können Besucher*innen verborgene Kunstwerke entdecken. Graphik: Tobias Kreienbühl, Immersive Realities Research Lab (Hochschule Luz

«Die Peterskapelle wird virtuell»

10. September 2020

Das «Immersive Realities Research Lab» am Departement Informatik der Hochschule Luzern und die Peterskapelle planen gemeinsam, den «Kunstraum Peterskapelle» virtuell zu gestalten. Das erste gemeinsame Projekt «Palacetine» ist in Vorbereitung, und wird vom 21. September bis 4. Oktober in der Peterskapelle zu sehen sein. Professor Dr. Richard Wetzel, Co-Leiter des Forschungslabors, erklärt, was «Virtual Reality» (VR) und «Augmented Reality» (AR) ist, und was in nächster Zeit an virtuellen Projekten zu erwarten ist.

Können Sie kurz erklären, was hinter den Begriffen «Virtual Reality» und «Augmented Reality» steckt?

Richard Wetzel: Beides sind Ausprägungen desselben Prinzips: Die ‹normale› Realität, die wir kennen, wird durch künstliche Elemente ersetzt (VR) beziehungsweise angereichert (AR). Meist sind dies dreidimensionale Computergraphiken und -modelle. Augmented Reality kennt man vom Smartphone, um Beispielsweise Möbel von Ikea in seiner eigenen Wohnung erscheinen zu lassen oder Pokémon zu fangen. Für Virtual Reality braucht es hingegen geschlossene Headsets-Brillen – auf diese Weise kann man dann komplett in neue Welten abtauchen. Beispielsweise könnte man so ein historisches Gebäude betreten, welches gar nicht mehr existiert, aber rekonstruiert wurde.

 

Sind Ihnen kirchliche Projekte oder Kirchgemeinden bekannt, die mit AR oder VR arbeiten?

VR wird vereinzelt bei besonders bekannten Kirchen eingesetzt, um neue Perspektiven zu bieten. Beispielsweise gibt es eine Installation, die Notre-Dame de Paris vor und nach dem Feuer zeigt, und es Besucher*innen erlaubt, auch sonst unzugängliche Stellen zu besichtigen. Die St. Paul’s Cathedral in London gibt es ebenfalls in virtueller Form. Diese wurde 1666 durch ein Feuer zerstört. Nun kann man das damalige Gebäude betreten und erleben, wie es für die Anwohner damals gewirkt haben mag.

Kürzlich habe ich auch von einer VR-Church gelesen, bei der es keine ‹reale› Kirche als Grundlage gibt. Stattdessen existiert sie nur in virtueller Realität und ist für die ganze Welt zugänglich. Ich bin aber noch nicht selbst dort gewesen.

 

Welche Chancen für die Kirchen sehen Sie in VR/AR?

Auf der einen Seite ist diese Technologie sicherlich interessant, um einen «virtuellen Zwilling» der Peterskapelle zu erstellen. Das ist gerade aus historischer Sicht spannend, wenn man zum Beispiel architektonische Entwicklungen aufzeigen möchte. Andererseits lassen sich auf diese Weise junge und technikaffine Menschen anzusprechen. Gleichermassen könnte es älteren Gemeindemitgliedern die Möglichkeit bieten, an einem Gottesdienst teilzunehmen, was ihnen vielleicht ansonsten aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen oder aktuell gerade wegen der Corona-Lage nicht möglich wäre.

 

Was wird an der Ausstellung «PALACETINE» zu sehen sein?

Die Ausstellung ist das erste Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Peterskapelle. Wir haben zunächst – in einer einfachen Fassung – den Innenraum der Kapelle nachmodelliert. Man kann sich also in der Kapelle auch im virtuellen Raum bewegen. Das ist dann eine gute Ausgangslage für weitere Projekte. Im konkreten Fall von «PALACETINE» haben wir Photographien von Kunstschaffenden aus der Schweiz und aus Palästina, die die Grundlage der Ausstellung bilden, ebenfalls in der virtuellen Kapelle plaziert. Dadurch haben wir die Möglichkeit, mit der Atmosphäre der Kapelle zu spielen, um die Stimmung der Photos aufzunehmen und zu verstärken.

 

Was könnten zukünftige virtuelle Projekte in der Peterskapelle sein?

Wir möchten hier in Zusammenarbeit mit dem Team der Peterskapelle insbesondere verschiedene Arten der Präsentation von Kunst aber auch der Partizipation mit Kunst ausprobieren. In einer virtuellen Umgebung können wir es den Besucher*innen beispielsweise ermöglichen, sich ganz anders mit den Kunstwerken auseinanderzusetzen – und diese gar selbst anzupassen oder zu manipulieren. Aus unserer Sicht spannend sind hier einerseits die Interaktionsmöglichkeiten, die sich dadurch zwischen Besuchern und Kunst ergeben, aber auch wie gemeinsame Besuche in virtueller Realität gestaltet werden könnten. In der Folge möchten wir auch direkt mit Künstler*innen zusammenarbeiten, die sich gezielt mit einem solchen hybriden Raum und dessen Potenzial auseinandersetzen.

 

Die Fragen stellte Marco Schmid.

 

«PALACETINE»

Hybride virtuell-reale Ausstellung

 

www.pilatustoday.ch/zentralschweiz/luzern/die-luzerner-peterskapelle-gibt-es-jetzt-auch-digital-139238747

21. September bis 4. Oktober, Peterskapelle, jeweils zwischen 8h00 und 18h30 (ausserhalb der Gottesdienstzeiten)

Ein kleiner Vorgeschmack findet sich auf www.pilatustoday.ch.

www.pilatustoday.ch/zentralschweiz/luzern/die-luzerner-peterskapelle-gibt-es-jetzt-auch-digital-139238747

Das «Immersive Realities Research Lab» am Departement Informatik der Hochschule Luzern: www.hslu.ch/immersive-realities

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