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Schaufenster

Nachlese

11. Januar 2022 Von: Simone Marchon

Epiphanie, Erscheinung des Herrn Lesung Jes 60,1-6, Evangelium Mt 2,1-12

Nun haben wir schon ins zweite Ausnahme- Jahr gestartet, in dem die Corona-Pandemie uns bestimmt.  Es ist verrückt. und wenn es im letzten Jahr für viele eine neue Situation war, so haben wir nun auch langsam genug von dieser Ausnahmesituation. 

Die Krise dauert an

Für einen gewissen Teil unserer Gesellschaft ist die Krise Alltag. Menschen,

-die den Job verloren haben

- deren Gesundheit von einem Tag auf den anderen gefährdet ist.

-eine Beziehung in Brüche gegangen ist,

-ein Lebenstraum geplatzt ist. Auf einen Schlag ist nichts mehr so wie es vorher war. für sie ist die Ausnahmesituation Alltag.

Was Menschen in Krisen erleben ist oft nicht einfach zu verstehen. Manchmal verstehen sie sich auch selbst nicht. Darum werden sie gerne  für verrückt erklärt. Diese Erfahrung einzuordnen, wenn plötzlich alles ändert und man spürt, dass es kein Zurück mehr gibt, braucht  Zeit. Zeit, in der wir das Verrücktsein erst mal zulassen müssen.

Verrückt sein braucht Mut

Unser erster Impuls ist hingegen oft, die ganze Sache möglichst rasch wieder zu Recht zu rücken. Möglichst schnell die alte Ordnung wiederherstellen.

Die gegenwärtige Zeit lehrt uns, dass das bisweilen  gar nicht geht. Die Krise dauert an, kehrt in einer zweiten, dritten, vierten Welle zurück. Wir können, wollen und müssen uns zwar nicht mit allem abfinden und uns an alles gewöhnen, aber gleichzeitig gibt es kein Zurück zum Alten mehr. Irgendwie müssen wir uns mit der verrückten Situation arrangieren und das Beste daraus machen. Das Verrückt –sein ins eigene Leben integrieren.

Das braucht Mut. Aber wer ver-rückt ist, gewinnt einen neuen Blickwinkel

Wenn etwas ver-rückt, kommt zum Vorschein, was vorher verstellt war. Wenn ich mich selbst verrücke ändert sich mein Standpunkt. Und Manches entpuppt sich im Nachhinein vielleicht als Chance, als wohltuende Veränderung.

Hoffnung zu haben, kann auch etwas Verrücktes sein. Denn wenn wir hoffen, versuchen wir weiter als unser Horizont zu sehen.

Wir steigen aus unserem Gewohnten aus und verändern unsere Perspektive. Auch dies braucht Mut. Die drei Könige oder eben die Magier von damals, erscheinen aus dieser Perspektive auch etwas verrückt. Es ist eine Geschichte von Mutigen mit Hoffnung, die einer alten Prophezeiung gefolgt sind.

Zwei verrückte Ideen

 von Zwei verrückten Ideen, möchte ich ihnen heute erzählen: eine Geschichte und ein Lied, die von Hoffnung in schwierigen Zeiten berichten.

Good night lights

Seit nun 6 Jahren gibt es in einem Kinderkrankenhaus in Providence, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Rhodes Island, ein besonderes Ritual. Jeden Abend um Punkt halb neun versammeln sich sämtliche kleinen Patienten hinter der grossen Fensterfront des Krankenhauses und warten auf die Good Night lights, die Gute-Nacht-Lichter ihrer Stadt. Kein Abend vergeht, an dem die Kinder nicht dieses Lichter-Spektakel erleben. Restaurants, Hotels und die nahe gelegene Universität lassen eine Minute lang ihre Lichter aufleuchten. An-aus-an-aus. Auch die Feuerwehr und die Polizei der Stadt machen mit, ausserdem alle, die um diese Uhrzeit unterwegs sind und den Kindern einen Gruss in die Nacht schicken wollen. Eine kleine Geste, die zeigen soll: wir denken an euch. Werdet schnell wieder gesund! Das Leben und die Stadt warten auf euch.

Und die Kinder antworten auf die Lichter. Mit Taschenlampen grüssen sie zurück. Jeden Abend, bevor sie zu Bett gehen.

Eine verrückte Idee, die vielen Menschen Hoffnung gibt und ein Miteinander entstehen lässt.

 Steh auf und tanze dein Leben

Von Hoffnung getragen, war für mich im letzten Jahr der Song von Master KG Jerusalema. Ein sehr eingängiger einfacher Text, der erst durch die eindringlichen Beats zu einem Ohrwurm geworden ist und um die ganze Welt gegangen ist.Ein Lied wie ein Gebet, welches Jerusalem als Hoffnungsstadt besingt. Vor ca. einem Jahr habe ich ihnen davon erzählt und er hat mich dann nicht mehr losgelassen. Plötzlich war die Idee da, dass wir auch tanzen könnten, wir als katholische Kirche Stadt Luzern, und das haben wir dann auch getan. Viele haben uns gesagt, wie verrückt und total daneben wir damit sind, dieses Projekt hatte viel Ringen und Zweifeln in sich. Die Glücklichen Gesichter im Video und die vielen glücklichen Rückmeldungen an Ostern, für die hat es sich dann aber gelohnt.  Es hat vielen Menschen Hoffnung gegeben in der Pandemie, miteinander durchzuhalten  und zu merken, wie gut wir es doch haben.

Miteinander schaffen wir das

Für mich zeigen diese beiden verrückten Geschichten, dass der Stern von Bethlehem immer noch leuchtet, manchmal müssen wir ihn halt etwas suchen. Und in einer ver-rückten Zeit, eine Verrückung zulassen.

Epiphanie bedeutet Erscheinung des Herrn. Die göttliche Wahrheit und Herrlichkeit leuchten, wenn auch noch verborgen, in dem Kind von Betlehem. Suchende Menschen finden den Weg (Magier, Könige, Sterndeuter). Sie kommen mit Gaben und gehen als Beschenkte. Als Boten des Lichts in eine dunkle Welt. Weil dieses Kind geboren wurde, gibt es für alle Menschen Hoffnung.

Simone Marchon

 

 

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