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Schaufenster

Kommunion: Himmel (ein-)üben

17. April 2020 Von: Eva Hämmerle

"Himmel spielen" und "Versammlung von Leben" sind zwei Umschreibungen für das gemeinsame Feiern von Gottesdienst.

Darf man das Heilige im Gottesdienst als Spiel beschreiben?
Beim selbstvergessenen Spiel von Kindern wird aus dem "wir tun so als ob" das Einüben in die Erwachsenen-Welt. Und im Augenblick des Spiels fällt die Distanz zwischen der Erwachsenen-Welt und der Kinder-Welt weg. Für die Spielende, den Spielenden ist es ihre oder seine im Moment erlebte Realität.

Könnte es sein, dass wir im Gottesdienst auch einüben, wie es im Himmel sein wird? Könnte es sein, dass die Kommunion auch so ein Zusammenkommen von Welten ist? Die Distanz zwischen der Person, die zur Kommunion geht, und Gott, der sich in der Kommunion mit-teilt, fällt weg. Es ist die eine Realität: Wir versammeln uns und teilen Leben. Wir: Gott und ich. Wir: Gott und ich und alle, die gemeinsam Himmel spielen.

Braucht es dazu das gewandelte Brot, die Hostie? Ja. Und nein. Ja, weil mit dem gewandelten Brot die Erinnerung an Jesus und die Botschaft Christi eng verwoben ist. Ohne dieses Erinnern und Aktualisieren macht das kleine Stückchen Brot nicht viel Sinn für uns Christinnen und Christen. Und nein, es braucht das gewandelte Brot nicht, um mit Gott und in Gemeinschaft Himmel zu spielen, zu erleben. Nur uns Menschen tun Zeichen eben gut. Sie helfen uns dabei, uns "zum Leben versammelt" zu erleben.

In Ausnahme-Situationen auch ohne das gewandelte Brot – ist es eine Herausforderung, uns auf ein Spiel einzulassen: uns hinein zu spielen in die Kommunion mit Gott, in Kommunion mit Gott und gemeinsam mit Christinnen und Christen in geistlicher Gemeinschaft. Welche Zeichen sind hilfreich, dass Christus jetzt und heute erlebbar ist? Welche Zeichen unterstützen Sie dabei, selber im Spiel die Versammlung von Leben und damit den Himmel so zu spielen, dass Sie sich selbst vergessen und die Distanz zwischen Himmel und Erde in diesem Moment wegfällt?

Wie im feinen Restaurant das Amuse-Bouche ein Vorgeschmack auf das ist, was wirklich sättigt, so ist es auch mit dem Feiern des Gottesdienstes. Wir erleben einen Vorgeschmack des Himmels, einige wenige Augenblicke, wo Himmel und Erde sich berühren. Und es bleibt, mit Paulus zu hoffen und zu glauben: „Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.“ (1 Kor 12)

Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir die Zeichen finden und erfinden, die uns alleine und in Gemeinschaft Himmel spielen lassen und die Versammlung von Leben. So, dass Himmel und Erde für einen Moment zusammen kommen. Gerade jetzt, gerade heute.

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