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Schaufenster

Bei den Fürbitten können wir mit Gott unsere Sicht für einander öffnen. Lektoren und Lektorinnen bringen Anliegen aus dem Volk vor. So wie hier Valentin an der Firmung 2017. Foto von Hans Ledergerber

Beten statt Betteln

27. März 2019 Von: Markus Isenegger

Fürbitten haben den Sinn, uns auf Mitmenschen in Not hinzuweisen und unsere Solidarität zu wecken. Wenn schon, sind wir es, die erinnert werden.

Die Fürbitten, welche wir Sonntag für Sonntag beten, sind kaum da, um Gott zu beauftragen: «Lieber Gott, sag dem Papst, er soll endlich Frauen zum Priesteramt ordinieren!»

Volk hat Anteil am Beten

Das Vaticanum II brachte in der Liturgiekonstitution 1963 das «Allgemeine Gebet» wieder in die Liturgie ein, damit das Volk am Beten teilhat. In der Folge kam mancherorts die Auffassung durch, wonach Gott jemand wäre, der schon helfen könnte, wenn er wollte; der aber nur punktuell eingreift, falls er genügend bestürmt wird. Dem ist eine Vorstellung entgegenzuhalten, wonach Gott sich verschenkt und uns als «schöpferische Leere» einlädt, auf sein Rufen einzugehen und gleichsam ihn zu erhören. So gesehen brauchen wir Gott weder zu ermahnen noch zu bestürmen, sondern mit Gott unsere Sicht füreinander zu öffnen.

Beten in Aussageform

Manchmal tut es gut, die Bitte in eine Aussage formen: «Wir beten mit den Trauernden …», «Wir verbinden uns mit einer Frau, die …», «Wir denken an die Menschen, die derzeit …». Entsprechend kann die Antwort des Volkes sein: «Du bist das Licht in der Dunkelheit der Zeiten» (KG 276).

Auch das Bitten hat Platz

Wir verwenden in der Liturgie die Aussageform; aber nicht ausschliesslich. Auch das Bitten hat Platz. «Je tiefer sich der Mensch auf diese Welt mit ihrem Hunger, den Verkrüppelungen und Ängsten einlässt», sagt Dorothee Sölle, «umso mehr wird das Gebet dem Jesus ähneln, nämlich Bitte sein.» Da geht es darum, unsere eigene Verzweiflung auszusprechen.

 

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