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Bewusster Genuss - jeden Tag!

Lasst uns bedenken...

23. Februar 2021 Von: Judith von Rotz

«Klimagerechtigkeit: Jetzt!» Die Dimensionen des Slogans der diesjährigen Fastenzeitkampagne am eigenen Esstisch erahnen?

Ich sitze am Tisch vor meinem Teller und will schon zur Gabel greifen, da sagt mein Mann gegenüber: „Moment, wie heisst dein Text?“ Ich halte inne. Schon fast habe ich es wieder vergessen, das „Tischgebet“, das ich aus der Meditationswoche mitgebracht habe. Ich bin nicht mit Tischgebeten aufgewachsen, sie kommen mir nicht wie von selbst. Und dieser komplexe Text schon gar nicht. In seiner Dichtheit und Klarheit schärft er mein Bewusstsein aber immer neu, so dass ich ihn auch Ihnen als LeserInnen zumuten will:

„Lasst uns bedenken, woher diese Nahrung kommt und wie viele Bedingungen, Lebewesen und Wechselwirkungen es brauchte,
bis sie hier vor uns ist.

Lasst uns diese Nahrung achtsam und dankbar zu uns nehmen.

Lasst uns Kräfte sammeln, um zum Wohle von uns selbst, der Anderen und dem grösseren Ganzen achtsam wachsen und kraftvoll wirken zu können.“

Bedingungen, Wechselwirkungen

Nicht nur ist das Getreide der Pasta irgendwo gesät, geerntet und gemahlen worden. Da brauchte es nicht nur Sonne und Regen und die nötigen Mineralien im Boden. 

Die Bäuerin zur richtigen Zeit und den Chauffeur des Camion. Es bedarf auch all der Verbindungen, der Beziehungen, eben der «Wechselwirkungen» zwischen all den unzähligen beteiligten Elementen, damit sie nun auf meinem Teller liegen.

 Achtsam und dankbar

Im Bewusstsein, wie unglaublich wunderbar das Leben zusammenspielt und vernetzt ist, schmeckt mir das Essen noch viel intensiver – und ich bin überzeugt, sogar Pasta sind richtig gesund, wenn wir sie in dieser Haltung geniessen!

 Zum Wohl des grossen Ganzen

Aber nicht nur mein Genuss und meine Gesundheit sind das heimliche, vielleicht gar «göttliche?» Ziel all diesen Lebens, sondern das Leben selber. Im Kleinsten wie im Grössten.

 Für Gerechtigkeit und Friede

Aus einer früheren Meditationswoche stammt ein ganz schlichter Impuls, der obiges Gebet einfach zusammenfasst: Vor unserem vollen Teller einen kurzen Moment innezuhalten und Schweigen für Gerechtigkeit und Frieden in uns und unserer Welt.

Judith von Rotz, Pfarreiseelsorge

 

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