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Schaufenster

Die Dramaturgie der Karwoche

20. März 2020 Von: Winfried Bader

Mit Palmsonntag beginnt der Weg Jesu hin zu Kreuz und Auferstehung.

Der Einzug Jesu in Jerusalem ist – so schildern es die Evangelien – ein öffentliches Spektakel, das sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Wer ist dieser Jesus? Die Oberen der judäischen Gemeinschaft, die mit den Römern kollaborierenden Sadduzäer, sehen in ihm einen Störenfried, der das politische Gleichgewicht durcheinander bringt. Die Römer verstehen nichts, fürchten aber die kleinste Unruhe. Das einfache Volk erhofft sich einen, der ständig alle Hungrigen speist. Die politisch Engagierten sehen in ihm einen Anführer für einen Aufstand. Die Jüngerinnen verstehen nicht mehr, wollen diesen Einzug Jesu verhindern. Palmsonntag als Einstieg in die Karwoche präsentiert uns diese «Aussensicht», fordert uns heraus, Jesus in seinem sozial-historischen Kontext wahrzunehmen.

Intimes Beisammensein

Der Hohe Donnerstag ist das Gegenteil: Ein abgeschlossener Raum, ein intimes Beisammensein unter Freundinnen. Durch das Mahl versucht Jesus, seinen Engsten zu erklären und zu zeigen, worum es ihm geht. Wir dürfen das nachfeiern.

Für uns gestorben und auferstanden

Den Todestag Jesu – seine Hinrichtung durch das Kreuz ist das, was wir von ihm historisch gesichert wissen – feiern wir am Karfreitag aus unserer heutigen Sicht. In unserem Glauben sehen wir in seinem Tod unsere Erlösung. Ganze Theologien haben sich daran aufgebaut. Er stirbt für unsere Sünden – und nicht wie wir am Palmsonntag sahen, aus machtpolitischem Kalkül. So wird dann die Osternacht zum grossen Glaubensfest. Der Tod ist überwunden, Jesus ist auferstanden, das Grab ist leer. Diese Nacht ist der Punkt, wo uns keine historische Forschung und keine Theologie mehr weiterhilft. Es ist die Entscheidung jedes einzelnen Menschen, dies zu glauben – oder auch nicht. Hier kann niemand von aussen helfen. Der Kern des Christseins ist dieser persönliche Glauben.

Winfried Bader

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