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Schaufenster

Nachlese

26. Juli 2021 Von: Br. George

Unter diesem Titel veröffentlichen wir hier jeweils die Predigt des vergangenen Sonntags.

Predigtgedanken von Br. George am 18. Juli 2021 in St. Maria, Luzern

16. Sonntag im Jahreskreis, Jahr B 

Evangelium nach Markus Kapitel 6 Verse 30-34

Liebe Mitglaubende!

Die Hirten und ihre Herden sind das Thema der heutigen Schriftlesungen in der Eucharistie, wobei das wiederkehrende Thema der Hirten, die ihre Herden im Stich gelassen haben, im Vordergrund steht.

Lifestyle Gurus

Gurus oder ‘Lifestyle Guides’ gibt es überall genug, und die Menschen suchen nach solchen Ratgebern. Fragen Sie unsere Jugendlichen, sie werden von den sogenannten Influencer sprechen. Wenn Sie in den letzten Tagen Schweizerradio gehört hätten, wäre Ihnen vielleicht ein neues Wort begegnet: 'Impfluencer'. Da gab es einen Bericht aus Basel: 'Impfluencer sollen zur Corona-Impfung motivieren'.

Jesus ein Influencer

Wenn wir in der Heiligen Schrift Jesus oft von Menschenmengen umgeben sehen, sind wir nicht völlig überrascht, denn er war immer ein Anziehungspunkt für Menschenmassen, eine attraktive Person. Er war ein 'Influencer'/ Guru zu seiner Zeit. Er war ein ‘Influencer’ im wirklichen Leben. Er sah die Menschenmassen als hilflos an, wie Schafe ohne Hirten, Menschen ohne Richtung, ohne Führung, hungrig nach Worten des Lichts und des Sinns in ihrem Leben. Jesus hat sich von einem blossen Influencer zu einem Hirten gewandelt.

Braucht es Führung?

Führung ist immer dann notwendig, wenn Menschen für ein gemeinsames Ziel zusammenkommen. Menschen wollen geführt werden und einen Weg gezeigt bekommen. Menschen sind Suchende. Der biblische Begriff für diesen Wegweiser ist "Hirte". Eines ist sicher: Diejenigen, die das Leben der Menschen erhellt haben, haben einen Hintergrund als Hirte. Selbst in der hinduistischen Tradition in Indien war der Gott Krishna ein Schafhirte.

Hirtenerzählungen

Die Bibel ist voll von Schaf- und Hirtengeschichten. Die grünen Weiden und die Hirten mit ihren Schafen kommen immer wieder vor, sogar von Anfang an. Der erste, der in der Bibel sein Leben verliert, Abel, war ein Hirte. Abraham, Isaak, Jakob und Mose. Sie alle sind Hirten.

Mose war jemand, dem es an Selbstvertrauen mangelte, und er war ein Feigling. Er konnte nicht einmal vor anderen sprechen. Er lief weg, nachdem er einen Mord begangen hatte, und lebte versteckt bei Jethro. Dort lernte er, ein Hirte zu sein. Eines Tages verlor er ein Schaf im Tal des Horeb. Er suchte und fand das Schaf an einer Wasserquelle in der Wüste. Er wurde sehr mitfühlend. Es war wegen des Durstes, dass das Schaf dort gelandet war. Es tat ihm leid, dass er den Durst seines Schafes nicht gespürt hatte. Er trug es auf seinen Schultern heim. Von da an wählt Gott ihn zum Hirten Israels aus.

Gott als Hirte

Dieses Hirtenbild im Alten Testament bezieht sich auf den Anführer des Volkes. Die alten Hebräer wendeten die Metapher des Hirten auch für Gott an. Wir haben die beliebten Bilder von Jesus, dem guten Hirten, der ein Schaf auf seinen Schultern trägt, oder wir haben einen lächelnden Jesus, der unter einem Baum sitzt, mit einem Schäfchen auf seinem Schoss. Dieses Bild des Hirten spricht uns an, zumindest mich, weil es die Zärtlichkeit Jesu und sein Mitgefühl zeigt. Ich mag es nicht, wenn Jesus in seidenen goldenen Kleidern dargestellt wird, auf einem Thron sitzt und eine Krone trägt. Selbst wenn dazu auch ein brennendes Herz gezeigt wird. Mir persönlich gibt das alles eine falsche Botschaft von Jesus und zeigt eine Art von Rechtfertigung, Menschen mit seiner Führung zu überwältigen. Ich verstehe das Wort "Gehorsam gegenüber der Autorität" in der Kirche. Aber manchmal, wenn dies blind gefordert wird, werde ich verwirrt und schaue auf das Bild von einem Schaf, das Jesus auf seinen Schultern trägt. Leitung durch Vorbild und nicht Leitung, die befiehlt, ist das, was Jesus als Hirte meinte. Jesus wollte keine Sklaven schaffen, stattdessen hat er uns alle zu seinen Freundinnen und Freunden gemacht.

Verantwortungslose Hirten

Die Lesung aus Jeremia hat uns gezeigt, was passiert, wenn die Hirten Israels ihrer Verantwortung nicht gerecht werden. Schlechte Führung hat Konsequenzen für die Menschen, die geführt werden.

Christus beruft sich nicht auf eine von der Institution verliehene Macht, um die Jünger zu bitten, sich an seinen Lebensentwurf zu halten. Er geht der Herde voran, nährt sie mit seinem Wort und seinem Brot und führt sie durch sein Beispiel. Der Apostel Petrus empfiehlt den Vorstehern seiner Gemeinden: "Hütet die Herde, die Gott euch anvertraut hat, ...; herrscht nicht über die, die euch anvertraut sind, sondern seid ein Vorbild für eure Herde" (1 Petr 5,2-3).

Bischöfe als Hirten

Zwei Jahrtausende lang haben wir spontan den Titel "Hirte" auf unseren Papst und unsere Bischöfe angewandt. Aber wie sind Sie und ich berufen, Hirten zu sein? Wenn das Führen durch das eigene Beispiel das Kriterium ist, um ein guter Leiter, ein guter Hirte zu sein, dann sind eine Mutter, ein Vater, ein Lehrer, ein Politiker, ein Geschäftsführer, eine Gemeindeleiterin, alle dazu berufen, Hirtinnen und Hirten zu sein.

Die Hirtenaufgabe aller Christinnen

Wir alle sind dazu berufen, in unserer Situation Führungskräfte zu sein. Ein Leiter, ein Hirte, der uns nach dem Vorbild Jesu führt und Führung zeigt wie Jesus.

Eine kurze Geschichte zum Nachdenken zum Schluss: Der junge Priester lehrte den Schulkindern den 23. Psalm. Er sagte ihnen, dass sie Schafe sind, die eine Führung brauchen. Dann fragte der Pfarrer: "Wenn ihr die Schafe seid, wer ist dann der Hirte?" (Offensichtlich meinte er sich selbst). Es folgte eine Stille von ein paar Sekunden. Dann sagte ein kleiner Junge: "Jesus. Jesus ist der Hirte." Der junge Priester, offensichtlich überrumpelt, sagte zu dem Jungen: "Nun denn, wer bin ich?" Der Junge runzelte nachdenklich die Stirn und sagte dann: "Ich schätze, Sie müssen ein Schäferhund sein."

Br. George
Priester

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