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Katholische Kirche Stadt Luzern  /  Pfarreien & Standorte  /  St. Maria zu Franziskanern  /  Schaufenster

Schaufenster

Deckengemälde Mariä HImmelfahrt in der Kirche St. Maria zu Franziskanern in der Au

Nachlese

19. August 2021 Von: Winfried Bader

Unter diesem Titel veröffentlichen wir hier jeweils die Predigt des vergangenen Sonntags.

Predigtgedanken von Winfried Bader am 15. August 2021 in St. Maria, Luzern

Hochfest der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel - Patrozinium

Brief des Paulus an die Gemeinde in Philippi Kapitel 2 Verse 4-9

Marienfeste, wie wir heute eines feiern, sind im Grunde immer Christus-Feste, liebe Schwestern, liebe Brüder. Das merken Sie schon daran, dass ein gewöhnliches Heiligenfest am Sonntag entfallen müsste, weil der Sonntag als Christusfest liturgisch immer den Vorrang hat. Heute ist aber Sonntag und wir dürfen heute liturgisch richtig das Marienfest feiern. Das zeigt uns, dass es bei dem Fest, wo wir an Maria denken, im Grunde nur um einen Hinweis, um ein Geheimnis von Christus geht.

Was ist der Inhalt des Hochfestes Maria Himmelfahrt?

Worum geht es heute? Bereits seit dem fünften Jahrhundert feiert die orthodoxe Kirche am heutigen Tag die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel. Bei den Griechen steht an diesem fest die Theotokos, die Gottesgebärerin im Zentrum. Die Idee des Festes ist: Eine Frau, die Gott zur Welt brachte, die kann nicht einfach gewöhnlich sterben. Sterben kann sie, aber nach ihrem Tod ist bereits dieser Leib, der Gott zur Welt brachte, etwas so Besonderes, dass man das in dem Bild verpackt, dieser Leib sei direkt und ganz in den Himmel aufgenommen worden. Da Maria wie wir ein gewöhnlicher Mensch war, steckt dann in dieser leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel bereits die christliche Hoffnung mit drin, dass auch unser Leben nach dem Tod irgendwie auf diese Weise vollendet und so Gott zugeführt wird.

Die Gottes-Gebärerin

Die Gottesgebärerin wird gefeiert. Also Maria, die Gott zur Welt brachte, diesen Christus, der ganz Gott ist und war. Aber Gottesgebärerin hat noch einen zweiten Wortteil: Wir feiern auch die Gebärerin, also eine Frau, die ein Kind zur Welt gebracht hat, wie es viele, viele Menschenfrauen machen, die Kinder zur Welt bringen, menschliche Kinder. So feiern wir heute, dass Maria ein Kind geboren hat, dieses kleine Baby Jesus, das ganz und gar ein Menschenkind ist. Das Fest Maria Aufnahme in den Himmel will uns also darauf hinweisen – da sind wir dann wirklich im Kern unseres christlichen Glaubens – dass dieser Jesus aus Nazaret ein wahrer Mensch war. Und gleichzeitig und unvermischt und nicht davor und dahinter, gleichzeitig auch wahrer Gott. So haben es die Theologinnen in den ersten Jahrhunderten entwickelt. Das ist der Kern unseres christlichen Glaubens: als wahrer Gott und Mensch.

EINE Pfarrei – ZWEI Standorte

Jetzt wollte ich doch mit Ihnen darüber nachdenken, was dieses Fest dann mit unserer Pfarrei zu tun hat, denn heute ist ja unser Patrozinium. Wir stellen uns ja besonders unter den Schutz dieser in den Himmel aufgenommen Maria.

Ich denke, dieses Fest passt ganz genau zu unserer Pfarrei. Wer von Ihnen schon mal diese kleine Broschüre in der Hand hat, wo sich unsere Pfarrei vorstellt, da merken Sie, da steht nämlich als Überschrift drüber: eine Pfarrei – in zwei Standorten. Ein Jesus Christus in zwei Wesen Gott und Mensch. Und unsere Pfarrei, sie hat zwei Standorte.

Standort: Kirche

Der eine Standort ist klar, das sind wir jetzt hier, hier in der Kirche, in diesem Gotteshaus. Hier beten wir zu Christus, also unseren Gott. Hier suchen wir das Göttliche in unserem Leben.

Standort: Barfüesser

Dann hat unsere Pfarrei, Sie wissen es alle, einen zweiten Standort gar nicht direkt sichtbar von hier, etwas um die Ecke mitten in der Stadt: Unser Barfüesser. Da widmen wir uns ganz den Menschen. Dort gibt es zu essen und zu trinken. Dort gibt es Konzerte. Dort gibt es soziale Hilfsdienste. Dort können Kinder in den Spielgruppen zusammen spielen. Dort können Suchende Beratung finden. Dort sind wir ganz bei den Menschen: wahrer Mensch.

Beide Standorte sind gleichwertig und gleichzeitig

Bei Jesus Christus, so ist die theologische Lehre, ist nichts über oder untergeordnet. Wahrer Mensch und wahrer Gott ist nebeneinander; keines von beiden hat einen Vorrang. Jetzt werden Sie sich denken. Wenn wir aber eine Broschüre von unserer Pfarrei machen, dann müssen wir ja blättern. Dann muss man ja zwangsläufig das eine oder das andere zuerst schreiben. Aber das ist nicht so. Denn wenn Sie die Broschüre so aufschlagen, wie ich sie jetzt zufällig halte, dann ist hier als Titelbild unsere Kirche. Wir sind bei dem wahren Gott. Wir sind das, was uns hier beschäftigt, das Beten und der Gottesdienst. Wir können hinein blättern und es wird zuerst unsere Kirche und was damit verbunden ist beschrieben.

Dann aber kann man das Heftchen zufällig auch so nehmen, und es sieht auch so herum aus wie von vorne. Als Titelblatt haben wir aber hier den Barfüesser. Wiederum kann man hinein blättern und Sie finden, was im Barfüesser so alles für die Menschen getan wird. Und auch in dieser Broschüre sehen Sie: Weder die Kirche noch der Barfüesser ist vor- oder nachgeordnet. Egal wie Sie es drehen, es ist immer das eine oder das andere zuvorderst.

Der Auftrag des Paulus

Eine Pfarrei mit zwei Standorten, wahrer Gott und wahrer Mensch. Und mit dem wahren Menschen, da machen wir das, was Paulus in dem Brief an die Gemeinde in Philippi schreibt: "Seid nicht auf euren eigenen Vorteil aus", schreibt er, "sondern stets auf den Vorteil der anderen. Jeder und jede von euch soll das so machen. Denkt im Umgang miteinander immer daran", so schreibt Paulus weiter, "was in der Gemeinschaft mit Christus gilt". Danach erzählt er uns, dass dieser Christus von wahrhaft göttlicher Gestalt ist. Danach erzählt er uns, dass dieser Christus in allem uns Menschen gleich wurde. Uns Menschen gleich, das heißt auch, er war einer, der nicht den eigenen Vorteil suchte, sondern immer auf den Vorteil der anderen aus war. So wie wir es gemeinsam als Pfarrei in unseren sozialen Diensten dort drüben machen und gleichzeitig und gleichwertig hier gemeinsam Gottesdienst feiern.

«Aufgenommen in den Himmel»

Der Chor wird jetzt uns dann gleich den Halleluja-Ruf des heutigen Tages singen auf lateinisch, deutsch übersetzt hieße das: "Aufgenommen in den Himmel ist die Jungfrau Maria. Die Engel freuen sich und preisen Gott". Da haben wir wieder diese Aufwärtsbewegung in unserer großen Kirche. Der Schall des Chores wird nach oben gehen dorthin, wo Sie als Deckengemälde die aufgefahrene Jungfrau Maria finden wie sie in den Himmel eingeht. Aber dieser Schall, das wissen Sie, der wird da oben gebrochen und kommt dann zu uns auf die Erde herab. Das ist der zweite Teil des heutigen Festes. Diese Himmelfahrt Mariens hat nur Sinn, wenn Sie hier unten wirkt, wo wir als wahre Menschen miteinander sind im Dienst aneinander und an Gott.

Winfried Bader
Pfarrhelfer

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