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Schaufenster

Normalerweise ist klar, wer die Eltern sind: Bei Jesus Christus sieht die Sache anders aus. Foto: Winfried Bader

Wem gehört dieses Kind?

18. Dezember 2019 Von: Winfried Bader

Geben wir im Alltag eine Antwort auf diese Frage, so ist das ganz klar: Wir wollen wissen, wer Vater oder Mutter des Kindes sind, nach dem wir fragen.

An Weihnachten geht es auch um ein Kind. Stellen wir da die Frage «Wem gehört dieses Kind?», so scheint von den Erzählungen im Evangelium des Lukas die eine Antwort eindeutig: Die Mutter des Kinds ist Maria aus Nazaret. Bei der Frage nach dem Vater wird es schon schwieriger.

Josef oder Gott

«Er galt als Sohn Josefs» (Lk 3,23) schreibt der Evangelist Lukas als Einleitung zum Stammbaum Jesu, der ihn über Adam auf Gott zurückführt. Bei der Ankündigung des Engels heisst es dagegen: «Er wird Sohn des Höchsten genannt» (Lk 1,32) und «Er wird Sohn Gottes genannt» (Lk 1,35). Die Formulierungen sind nicht eindeutig: Er gilt als Sohn Josefs und wird Sohn Gottes genannt. Doch wem gehört dieses Kind?

 „Für euch geboren!“

Die Weihnachtserzählung selbst im zweiten Kapitel des Lukasevangeliums erzählt nichts mehr von den beiden möglichen Vätern. Es ist aber wieder die Stimme eines Engels, die einen anderen Hinweis gibt: «Heute ist für euch in der Stadt Davids der Retter geboren» (Lk 2,11), sagt der Engel zu den Hirten auf dem Feld. Wie ist das zu verstehen?

Kommen im Alten Testament Kinder auf die Welt, so wird bei der Erzählung, welche Frau ein Kind geboren hat, mit der Formulierung «für ihn» angefügt, wer der Vater ist, zum Beispiel «der Sohn, den die Ägypterin Hagar für Abraham geboren hat» (Gen 21,9). Nimmt man diese Formulierung ernst, so heisst das, der Engel sagt zu den Hirten, das neugeborene Kind gehöre ihnen, sie seien also die Väter.

Wahrer Gott und wahrer Mensch

Macht das Sinn? Aufgabe der Eltern ist, dem kleinen Kind das Rüstzeug fürs Leben zu geben, das Kleinkind physisch zu ernähren, das Heranwachsende geistig zu erziehen, es fähig zu machen, ein eigenes Leben zu führen und ihm Werte mit auf den Weg zu geben. Das neugeborene Kind wird also erst durch die Menschen zu dem, was es sein wird. Jesus ist der Menschensohn (beispielsweise Lk 9,58), also ein menschliches Kind, das die Fürsorge der Menschen braucht.

Wie jedes Kind wird es als Erwachsener Vater und Mutter von dem zurückgeben und hoffentlich übertreffen, was es mitbekommen hat.

Das feiern wir dann an Ostern!

Winfried Bader

Ausführlich dargelegt sind die Gedanken zu nebenstehendem Artikel in «Die siebzig Gesichter der Schrift». Auslegung der alttestamentlichen Lesungen im Lesejahr B, Freiburg im Üechtland 2011, Seite 51-55.

Den angegeben Artikel finden Sie auch in der untenstehenden Datei als Download.

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