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Schaufenster

MIchael Blum: Gott ist mein Hirt (Psalm 23)

Nachlese

5. Mai 2021 Von: Br. George

Unter diesem Titel veröffentlichen wir hier jeweils die Predigt des vergangenen Sonntags.

Predigtgedanken von Br. George am 2. Mai 2021 in St. Maria, Luzern

5. Sonntag der Osterzeit, Jahr B

Evangelium nach Johannes Kapitel 15 Verse 1-8

Den Bibeltext mit Predigtgedanken zum Herunterladen finden Sie unten als PDF.
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Predigtgedanken

Liebe Mitglaubende,

Heute hörten wir ein weiteres Gleichnis von Jesus – das eines lebendigen, wachsenden und nährenden Weinstocks. Jesus greift auf ein vertrautes, alltägliches landwirtschaftliches Bild in seiner Zeit zurück, um eine tiefgreifende Lektion über die Bedeutung des Jünger-Seins oder, in unserem Kontext, des Christ-Seins oder Christin-Seins zu lehren.

Beziehungen

Jesus spricht von seiner Beziehung zu seinen Jüngern, wenn er sagt: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht." In fünf Sätzen fordert er uns achtmal auf, in ihm zu bleiben. Das ist das entscheidende Geheimnis.

In Christus bleiben

Was bedeutet nun "in Christus bleiben"?

Erstens ist es, auf ihn zu hören und seine Worte zu halten.

Zweitens ist zu erkennen, dass Christus allein der wahre Weinstock ist und dass wir ohne ihn für Gott nichts von Wert tun können.

Drittens ist es für uns nötig, in der Kirche zu leben, die der mystische Leib Christi, Corpus Mysticum Christi, ist.

Und schliesslich gilt die Überzeugung, dass es notwendig ist, die alt und überholt gewordenen Strukturen, Methoden, Ansätze und anderes abzuschneiden, um Neuem Platz zu machen, was seinerseits wieder alt werden kann, und dabei immer in Christus zu bleiben, der selbst der Weinstock ist.

Eine bessere Zukunft

Angenommen, wir alle bleiben in Jesus, und wir alle verharren in ihm, dann denke ich mehr darüber nach, was Jesus, über das Verbessern unseres gegenwärtigen Zustands sagt. „Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie noch mehr Frucht bringt.“

Zurechtschneiden

Für mich gibt es drei wichtige Bereiche, in denen das Zurechtschneiden regelmässig geschieht.

Erstens, in unserem eigenen Leben. Die Heilige Schrift hilft uns in dieser Richtung. Und dazu lernen wir aus Erfahrung, aus unseren Fehlern, aus unseren Erfolgen, und wir lernen nach verschiedenen anderen Methoden, und wir verändern uns immer wieder. Ich bin nicht mehr derselbe Mensch wie vor zehn oder fünf Jahren. Wir trimmen uns selbst.

Zweitens: Zurechtschneiden findet auch in der Gesellschaft statt. Daran zweifeln wir nicht. Je nach Situation und Zeitgeist verändert sich die Gesellschaft. Wir schneiden ungerechte Systeme in der Gesellschaft zurecht. Als Gesellschaft gehen wir durch Dekonstruktionen und Rekonstruktionen. Neue Regeln, neue Sitten, neue Überzeugungen, neue Motivationen, neue Lehren usw. Das beste Beispiel ist jetzt, dass wir mit Masken sitzen und uns der Situation anpassen müssen. Die Gesellschaft verändert sich durch Zurechtschneiden und Anpassung.

Drittens, für uns Kirchgänger und Gläubige geschieht das Zurechtschneiden in der Kirche. (Eine Religion zu beginnen, wie der irischer Schriftsteller Oscar Wilde bemerkte, mag nicht so schwierig sein, aber ihr Überleben zu sichern, ist eine ganz andere Sache.)

Wenn die Kirche nicht auch von Zeit zu Zeit zurückgeschnitten wird, wird die Kraft des Weinstocks vergeudet, wird die Stärke und Relevanz unserer Existenz gemindert. Bleibt sie lange Zeit ungeschnitten, wird der Weinstock sogar wild und bringt nur noch Weinranken und wilde Trauben hervor.

Offen für Veränderung

In jedem Zeitalter gab es Menschen, die für Veränderungen in der Kirche eintraten. Bevor jemand unter uns begann, die Kirche zu reformieren, haben es viele versucht und waren erfolgreich, aber sie wurden einst als nicht geeignet für die Kirche angesehen. Die heilige Katharina von Siena war 'ein Stachel im Fleisch der Kirche ihrer Zeit', blieb aber als Rebe immer mit Jesus verbunden, dem Weinstock.

Abschneiden und Zurückschneiden sind keine Bilder der Ablehnung, sie zeigen Gottes Fürsorge für die Kirche. Aber der Prozess des Zurückschneidens ist einfach eine Vorbereitung auf die mächtige Aussicht, dass wir noch fruchtbarer werden. Christus sprach von der Notwendigkeit, auch fruchtbare Pflanzen regelmässig zurückzuschneiden und zu stutzen, um neues Wachstum zu erhalten und zu fördern.

Reformen der Kirche

Das Zweite Vatikanische Konzil hat uns vor 50 Jahren in einer Weise zurechtgestutzt, die nicht in völliger Übereinstimmung mit allem war, was vorher galt, genau wie die Reformen des Konzils von Trient, die die skandalösen Situationen in dem 16. Jahrhundert zu beheben suchten.

Öffnet die Fenster. Lasst das Zurückschneiden beginnen. Lasst uns wachsen und fruchtbar sein. Wir sind nicht dazu bestimmt, unbeweglich und im Stillstand zu bleiben.

Wandlung

Ich möchte meine Predigt mit dem folgenden Gedicht abschliessen, auf das ich beim Lesen eines Textes über die Eucharistie stiess. Lothar Zenetti hat ein Gedicht verfasst, das die Überschrift trägt:

INKONSEQUENT

„Frag hundert Katholiken, was das Wichtigste ist in der Kirche.
Sie werden antworten: Die Messe.
Frag hundert Katholiken, was das wichtigste ist in der Messe.
Sie werden antworten: Die Wandlung.
Sag hundert Katholiken,
dass das wichtigste in der Kirche die Wandlung ist.
Sie werden empört sein: „Nein, alles soll bleiben, wie es ist!

Jesus stellt zwei Situationen dar. Die erste ist negativ: Der Zweig ist verdorrt, er bringt keine Frucht, und deshalb wird er abgeschnitten und weggeworfen. Die zweite ist positiv: Der Zweig ist lebendig und gesund, und so wird er zurückgeschnitten. So oder so, wir werden zurückgeschnitten!
Amen.

Br. George
Priester

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