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Schaufenster

Nachlese

3. Juni 2021 Von: Winfried Bader

Unter diesem Titel veröffentlichen wir hier jeweils die Predigt des vergangenen Sonntags. Die PRedigt mit den Lesungstexten finden Sie unten im Anhang als PDF. Da die Technik dieser Webseite sehr fehlerhaft ist, kann es sein, dass das PDF nicht angezeigt wird. In diesem Fall schicken wir es Ihnen auf Anfrage per Mail gerne zu.

Predigtgedanken von Winfried Bader am 30. Mai 2021 in St. Maria, Luzern
Dreifaltigkeitssonntag, Jahr B

Deuteronomium / 5. Buch Mose Kapitel 4 Verse 32-34.39-40
Evangelium nach Matthäus Kapitel 28 Verse 16-20

„Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Mit dieser Formel, liebe Schwestern, liebe Brüder, wurden auch sie getauft.

Es ist die Formel unseres christlichen dreifaltigen Gottes. Es ist aber in der Bibel die einzige Stelle, wo Gott, Vater, Sohn und Geist auf diese Weise erwähnt werden. Es braucht in der Kirchengeschichte dann noch über 300 Jahre, bis diese Taufformel mit dem theologischen Inhalt gefüllt wurde, den wir heute aus dem Glaubensbekenntnis kennen.

EIN Gott in DREI Personen

Christen und Christinnen glauben an diesen einen Gott in drei Personen, dieses eine Wesen in drei Ausformungen. Im interreligiösen Dialog mit den anderen monotheistischen Ein-Gott-Religionen gibt das ein Problem und gibt uns Christinnen den Vorwurf, wir hätten drei Götter. Judentum und Islam halten fest, dass es nur ein einziger ist.

Innerhalb des Christentums gibt diese Formel oft das Missverständnis, dass bei diesen drei Formen, die Gott hat, Jesus natürlich der wichtigste sei. Manchmal scheint es so, dass wir Christinnen in unserem Nachdenken vergessen, dass dieser Vater, dass dieser Gott, der Gott auch des Alten Testamentes, des Judentums und des Islams ist, und nicht das Neue Testament mit dem Vater von Jesus einen neuen Gott erfindet.

Jesus und Heiliger Geist sind Gott

Von Jesus glauben wir, er sei ein wahrer Mensch. Das geht noch zu verstehen, ganz normal unser Menschenbruder, ein Mensch wie du und ich. Wir Christinnen glauben weiter, er sei gleichzeitig wahrer Gott.

Beim Heiligen Geist da denken wir und wissen wir, dass von Anfang an Gott mit seinem Geist die Schöpfung machte, dass der Geist Gottes das ist, was uns Menschen den Lebens Atem gibt, dass der Geist Gottes uns am Leben erhält. Beim Geist und bei Jesus ist aber das Entscheidende, wenn wir darüber nachdenken: das sie Gott sind!

Nachdenken über Eigenschaften von Gott

So ist eigentlich der Dreifaltigkeitsonnentag das Nachdenken über dies einem Gott in drei Personen wieder die Frage, die ich hier in meinem Predigten schon oft gestellt habe, die Frage: Was ist denn dieses Wesen Gottes? Welche Eigenschaften hat dieser Gott? Welches Bild dürfen wir uns von diesem Gott machen?

Wenn wir auf der Suche sind, was es für Bilder von Gott gibt, dann helfen uns auch wieder die Texte aus dem Ersten Testament weiter, konkret heute die Lesung aus dem Buch Deuteronomium, die uns auffordert, über Gott nachzudenken und sein Wesen und sein Bild für uns zu erforschen.

Gott ist der Schöpfer von Erde und Menschen  

Der Auftrag zu Beginn dieses Abschnitts ist ganz klar: "Forsche doch einmal nach in früheren Zeiten". Es heißt wenn wir über Gott nachdenken, dürfen wir forschen in den früheren Zeiten, das heißt in der Geschichte der Menschheit, wo begegnet uns Gott da. Wir dürfen aber auch nachdenken und nachforschen in unserer eigenen Lebensgeschichte, in unserem Leben zurückzudenken, wo denn seit unserer Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Geistes, dieser Gott sichtbar war und wesenhaft erkennbar wurde. Das Deuteronomium erkennt den Gott zuerst als den Gott, der die Menschen und die Erde schuf. Gott als der Schöpfer, der uns Menschen machte und hält, der die ganze Natur, die Tiere, die Menschen, die Tiere, die Pflanzen und die Berge machte, wenn wir dort nachforschen, können wir erkennen, wie Gott ist.

Gott befreit in der Menschengeschichte

Das Zweite, wo der Lesungsabschnitt bei seinen Nachforschungen Gott findet, ist dann ganz konkret in der Geschichte: "Gibt es denn einen Gott, der unser Volk aus anderen Nationen heraus führte, der unter Prüfungen, Zeichen und Wunder mit starker Hand und hocherhobenen Arm uns aus Ägypten befreit?" Gott ist ein befreiender Gott und das nicht nur in der Theorie, sondern ganz konkret in der Geschichte, auch in unserer Lebensgeschichte. Das ist eine Nachforschung wert, wie in Ihrem Leben eine solche Befreiung durch diesen Gott spürbar ist. War es die Befreiung in Ihrer Jugend? War die Befreiung Ihr Auszug aus dem Elternhaus? War es die Befreiung im Laufe des Lebens von einem Partner oder Partnerin zu  zu lösen?

Gott ist in der Gegenwart

Das Dritte, wo der Lesungsabschnitt aus dem Buch Deuteronomium Gott findet, ist heute: "Heute sollst du erkennen und zu Innerst begreifen, dass es diesen Gott im Himmel droben gibt, der gleichzeitig hier auf der Erde unten wirkt". Das heißt: dieser Gott ist spürbar im Hier und Jetzt. "Du hältst uns, Gott, damit wir lange leben. Du bist bei uns für alle Zeiten, es bei uns für alle Zeiten", so das Buch Deuteronomium. Auch das ist die Frage an uns: Haben wir dies gespürt bei unserem Nachforschen, dass dieser Gott hier und heute, jetzt bei uns da ist?

Das Wesen Gottes in einer Kurzformel

Das Erste Testament und hier jetzt exemplarisch der kurze Abschnitt aus dem Buch Deuteronomium geben uns also Hinweise, wie Gott ist, was er für ein Wesen hat. Das ist wichtig zu wissen und zu merken, wie dieser Gott ist, den wir Christinnen dann in drei Personen, in drei verschiedenen Ausformungen verehren. Diese Kurzformel: "Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes", ist wirklich die Kurzformel, die uns erinnern soll, darüber nachzudenken
über den Vater:
Woher kommt die Schöpfung? Woher kommen wir Menschen?,  Nachzudenken
über den Sohn: Wo gibt es in der Geschichte, in unserem Leben die große Befreiungstat der Erlösung?,
über den Heiligen Geist: Wo ist er gegenwärtig und lässt uns etwas von der Kraft Gottes spüren?

Aus diesem Nachdenken folgt dann das "Befolgen von allem, was ich euch geboten habe". Dreifaltigkeitssonntag ist nicht nur theologischer Höhenflug, sich an Gott zu erfreuen, sondern immer, weil es ein Gott ist im Himmel droben und auf der Erde hier unten, ein konkretes Umsetzen in unsere Gegenwarten, in unsere Tat.

Das Tröstliche – da kommt für mich schön zusammen, dass man sich einfach auch wie ein Kind in den Glauben hineinbegeben darf – ist der letzte Satz, den Jesus im Matthäusevangelium sagt:

"Und siehe, ich - also Gott - bin bei euch, mit euch alle Tage bis zum Ende deines Lebens bis zum Ende der Welt.

Winfried Bader
Pfarrhelfer in St. Maria

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