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Schaufenster

Spargruppen unterstützen sich auch bei der schweren Feldarbeit und legen zusätzliche Felder mit Maniok oder Gemüse an. Foto: Bruno Neuschwander

Spargruppen in Madagaskar

13. März 2020 Von: Guido Marfurt

Die Pfarreiversammlung hat beschlossen, das Fas- tenopferprojekt in Madagaskar zu unterstützen. Die Bevölkerung gehört zu den Ärmsten der Welt.

Mangelernährung, kein sauberes Trinkwasser und Verschuldung. Wer arm ist, gerät leicht in Geldnot und muss sich an lokale Geldverleiher wenden. Diese verlangen horrende Zinsen.

Hilfe zur Selbsthilfe

In dieser Situation muss die arme Bevölkerung sich selbst helfen. Die Projekte des Fastenopfers bieten einen Ausweg: Lokale Animatorinnen und Animatoren initiieren Spargruppen in den Dörfern. Gemeinsam erstellen sie ein eigenes Reglement, das festlegt, wie viel und wie oft Geld oder Lebensmittel in die gemeinsame Kasse einbezahlt werden. Mit den Ersparnissen können sich die Mitglieder in Notfällen gegenseitig mit zinslosen Darlehen aushelfen – wenn am Ende der Regenzeit die Reisvorräte zu Ende gehen, jemand einen Unfall hat, krank wird oder alle Kinder gleichzeitig Schulmaterial brauchen. Die Gruppen unterstützen sich auch gegenseitig bei der schweren Feldarbeit und legen zusätzliche Felder mit Reis, Maniok oder Gemüse an. Auf diese Weise sind die meisten Mitglieder nach zwei bis drei Jahren von der Verschuldung befreit Die Organisation «Tsinjo Aina Mahajanga» hat Spargruppen mit rund 44’000 Mitgliedern gegründet.

Neue Projektphase

Bereits entschuldete Gruppen schliessen sich zu Netzwerken zusammen, um künftig auch auf Dorfebene aktiv zu werden. In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und spezialisierten Hilfswerken setzen sie sich tatkräftig für ein besseres Leben ein: Sie bauen solide Brunnen oder lernen, wie man Trinkwasser aufbereitet. Sie organisieren Ausbildungen für neue Anbaumethoden, die bessere Ernten bei Reis oder Gemüse bringen. Sie lassen ihre Felder von der Gemeinde registrieren, damit sie als Kleinbauern nicht von den landwirtschaftlichen Grossprojekten oder Rohstoffabbaufirmen enteignet werden können – und sie fordern von den lokalen Behörden, dass diese ihre Aufgabe ernst nehmen und sich für sie einsetzen.

Das Fastenopfer unterstützt mit unseren Spenden all diese Bemühungen. Damit unterstützen wir die arme Bevölkerung und helfen mit, dass sie sich aus der Not herausarbeiten kann.

Guido Marfurt
im Auftrag des Pfarreirats

 

Detailinformationen finden Sie in der Antoniuskapelle

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