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Ladislaus Löb erzählt von seinen Erinnerungen. Foto: Claudia Corbino

Erinnerungen eines Kindes an den Holocaust

1. April 2019 Von: Claudia Corbino

Am Sonntag, 31. März war der Autor Ladislaus Löb im Rahmen des Firmkurses St. Paul und St. Maria im Paulusheim zu Gast. Er erzählte von seinen Erinnerungen an den Holocaust, den er als 11-Jähriger erlebt hat.

Begleitet von seiner Frau traf Ladislaus Löb am Sonntagabend kurz vor 18 Uhr im Paulusheim ein. Ausser einigen Bildern auf einem USB-Stick in seinem Sacko hatte er scheinbar nichts dabei. Mitgebracht hat er uns jedoch ganz viele Erinnerungen aus seiner Kindheit, die durch seine Erzählungen lebendig wurden.

Ghetto und KZ

Seine ersten zehn Jahre verbrachte Ladislaus Löb in einer siebenbürgischen Kleinstadt in Ungarn. Im Mai 1944 wurde er mit der ganzen Verwandtschaft in Klausenburg ghettoisiert, floh aber mit seinem Vater nach Budapest. Durch Zufall stiessen sie dort auf eine Gruppe von gut 1600 Juden, die auf Grund eines Geschäfts zwischen dem SS-Oberst Adolf Eichmann und dem jüdischen Zionistenführer Rezsó Kasztner nach Palästina ausreisen sollte. Der Transportzug, der sie nach Palästina bringen sollte, fuhr sie jedoch ins Konzentrationslager Bergen-Belsen. Dort waren sie 5 Monate interniert, während weiter über sie verhandelt wurde. Am 7. Dezember 1944 fuhr ihr Zug schliesslich in St. Margreten über die Grenze und sie waren frei!

betroffen und unfassbar 

Ladislaus Löb erzählt bildhaft vom Antisemitismus in Ungarn, vom Schock als sie ins Ghetto kamen oder in den Viehwaggon für den Transport. Betroffen machen aber auch scheinbare Kleinigkeiten, als ihm beim Transport ins Ghetto von einem ungarischen Polizisten sein Stofftier weggenommen wird. Auch das Leben im KZ ist nicht einfach zu fassen. Obwohl sie priviligiert behandelt wurden, waren Hunger, Hitze oder Kälte, Hygiene, die Flöhe und Läuse sowie das enge Aufeinander im Lager nicht einfach zu ertragen.

Die Jugendlichen lauschten gespannt den Erzählungen und waren manchmal ratlos und sprachlos. Aber Herr Löb schaffte mit seinem Humor, seiner bescheidenen und ehrlichen Art ein angenehmes Klima. Beim anschliessenden Apéro nutzen einige die Gelegenheit, noch persönlich mit Herrn Löb ins Gespräch zu kommen. So ging für alle ein eindrückerlicher und nachdenklicher Abend zu Ende.

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