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Schaufenster

«Bibel des Monats»: Wenn er mich doch küsste...

30. November 2021 Von: Winfried Bader

Passend zu Weihnachten, dem «Fest der Liebe», ist die «Bibel des Monats» eine Übersetzung der Sammlung von Liebesliedern - einfühlsam, erotisch und sehnsüchtig - aus dem «Hoheslied» genannten Buch im Alten Testament.

Das Hohelied ist eine Sammlung von Liebesliedern aus dem alten Orient. Es geht in diesen Liebesliedern um die erotisch-sehnsüchtige Liebe zwischen Frau und Mann. Mann und Frau sind in diesen Liedern voneinander angezogen. In ihrer liebenden Sehnsucht beschreiben sie sich gegenseitig, betrachten die körperliche Schönheit des Gegenübers. Von Kopf bis Fuss beschreibt so der Mann die Frau in detaillierten Bildern und umgekehrt: Auch und vor allem die Frau ist von der Schönheit ihres Geliebten fasziniert. Neben dieser Faszination geht es in einigen Liedern um die Sehnsucht der noch nicht erfüllten Liebe, wenn das liebende Paar getrennt ist.

Liebe ausserhalb von Konventionen

«Das Hohelied legitimiert die durch keine Ehe abgesicherte Liebe zwischen Mann und Frau. Damit macht sich die Bibel ‘zur Verbündeten aller Liebenden, die keine andere Legitimation haben als die Liebe’ (H. Gollwitzer). Die personale Beziehung ist in der Liebe entscheidend; sie bestimmt ihre moralische Qualität. Die Entschiedenheit und der Ernst, mit denen Liebe dann gelebt wird, kann in einer ausserehelichen Beziehung da sein und in einer ehelichen fehlen. Auf sie allein aber kommt es an» (aus der Einführung).

Segen für die Liebe

Was die Autor*innen vor 40 Jahren schrieben, klingt wie ein Beitrag zur aktuellen Diskussion um eine gesegnete Liebe für alle. Der heutige Streit könnte also allein durch eine Bibellektüre bereits gelöst sein.

Ein biblisches Buch ohne Gott

Ein biblisches Buch, in dem Gott nicht erwähnt wird, muss sich rechtfertigen. Salomon als angeblicher Autor und die «allegorische Deutung» des Hohenlieds sind der Grund, dass diese Liebeslieder den Weg in die Bibel fanden. Nicht ein irdisches Liebespaar sei gemeint, sondern die Liebe von Gott zu den Menschen, oder von Jesus als Bräutigam und seiner Braut, der Kirche.

Im tieferen Sinne ist das Hohelied das wichtigste Buch der Bibel zum entscheidenden Thema Liebe. Wenn Gott uns Menschen schuf mit unserer Körperlichkeit, wenn er uns Menschen die Sexualität schenkte, dann sind diese Liebeslieder die beste Beschreibung von Gottes Schöpfungsplan. Und Weihnachten als Fest des menschgewordenen Gottes kann ohne diese körperliche Liebe der Menschen nicht gefeiert werden. 

Enttabuisierung des Themas Sexualität

«Die Einstellung zur Sexualität ist heute in einem starken Wandel begriffen. Der Umgang der jungen Leute miteinander ist freier und selbstverständlicher. Die traditionelle Moral der christlichen Kirche verliert mehr und mehr an Verbindlichkeit. Da liegt es nahe, sich auf ein biblisches Buch zu besinnen, das ausschliesslich dem Thema Liebe gewidmet ist, das Hohelied. Es geschieht dies in der begründeten Annahme, dass der heutige Mensch zu denken bereit ist wie die beiden Liebenden im alten Israel, dass das Alte Testament hierin, wie auch in anderen Bereichen, dem Lebensverständnis unserer Zeit entgegenkommt.»

So schreiben der aus Luzern stammende Herbert Haag und seine Mitarbeiterin Katharina Elliger im Vorwort. 

Statt Sexualität und Erotik zu tabuisieren gehen die Autor*innen den biblischen Weg, genau dies zu thematisieren. Da die Kirche bis heute bei Schweigen und Verbot bleibt, ist sie inzwischen bei vielen Menschen zu diesem Thema irrelevant geworden. Haag und Elliger zeigen mit dem Hohenlied, dass das nicht so sein müsste.

Eine Luzerner Bibel

Mit den Holzschnitten des Luzerner Künstlers Röbi Wyss ist diese Bibel des Monats ein echtes Luzerner Produkt.

Winfried Bader

 

Die im Studiolo der Peterskapelle gezeigte Bibelausgabe ist Teil der Bibelsammlung von Winfried Bader im Ausstellungsraum Bruchstrasse 59, 6003 Luzern.
Eine Besichtigung der Bibelsammlung für einzelne oder kleine Gruppen auf Anfrage.
Für Gruppen von 4-8 Personen wird auf Anfrage auch ein Event «Whisky&Bible» angeboten.

Auskünfte zu Besichtigung und Event per Email: winfried.bader@bibelwerk.ch

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