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Gedanken zum Freitag der 4. Fastenwoche

Freitag, 27. März 2020 Zuhause am PC

An dieser Stelle möchten wir Sie einladen, sich in die Lesungstexte des Tages hineinzuvertiefen. Wir geben Ihnen hier einen kurzen Gedanken und Anregungen für ein GEbet.

Die Lesungen des heutigen Tages finden sie hier
oder als PDF am Ende dieses Beitrags.

Zu den Lesungen die folgenden Gedanken von Winfried Bader.

Ersttestamentliche Lesung: Weisheit 2,1a.12-22

Manche Bibeltexte, wie die Lesung heute, brauchen zuerst einen Moment Geduld sich hineinzudenken, um was es geht. Gerne bitte ich Sie, diese Geduld aufzubringen, denn plötzlich wird dadurch auch das Evangelium des heutigen Tags viel plastischer.

Es geht in dem Text um eine Schwarz-Weiss-Malerei. Es gibt böse Menschen auf der Welt und es gibt gute Menschen auf der Welt. Böse heisst in der Denkwelt der Antike unsozial, also die anderen Menschen nicht achtend oder sogar verachtend. Böse ist auch mit zweifelhaften (kriminellen) Methoden stets seinen eigenen Vorteil zu suchen. Böse heisst aber auch immer, sich gegen Gott und seine Ordnung zu wenden. Gleich zu Beginn werden diese bösen Menschen als Frevler bezeichnet. Die guten Menschen werden Gerechte genannt. Der Gerechte hält sich an Gottes Ordnung, d. h. der Gerechte ist fromm und gottesfürchtig, er ist aber auch sozial und für die Anderen da. Beides gehört immer zusammen.

Frevler und Gerechte werden in dem Text nebeneinandergestellt. Zuerst reden die Frevler (Verse 12 bis 20). In diesem Teil ist mit «er» immer der Gerechte gemeint, der als der Gegner von «uns», das sind die Frevler, beschrieben wird. Bringt man diese Geduld auf sich den Text so weit klar zu machen, dann ist die Aussage nun verständlich: Der Gerechte ist den Frevlern ein Dorn im Auge, weil er sie anklagt, weil er allein durch seine Anwesenheit als Gerechter ein Vorwurf an die Frevler ist. Die Frevler ihrerseits, wollen aktiv gegen ihn vorgehen, ihm auflauern und «zu einem ehrlosen Tod verurteilen». Es ist die Situation, wie sie auch in den sogenannten Gottesknechtsliedern von Jesaja (Jes 42; 49; 50; 52–53) vorkommt. Ein Gerechter wird zum Gespött aller, wird von Frevlern verfolgt und gefoltert.

Spannend beim heutigen Text aus dem Buch der Weisheit ist, dass die entscheidende Frage ist, ob denn dieser Gerechte Gottes Sohn sei. Das liest sich fast wie ein neutestamentlicher Text. Man könnte diese Gedanken auch als Erläuterung zum dem heutigen Abschnitt aus dem Johannesevangelium sehen: Jesus, als Gottes Sohn, wird von den anderen bedroht und verleumdet. Es laufen an dieser Stelle das Alte Testament und das Neue Testament sozusagen nahtlos ineinander. Das Buch der Weisheit – obwohl Teil des Ersten Testaments – wurde erst zu Lebzeiten Jesu geschrieben, nimmt also viel von dieser Vorstellungswelt auf.

Wer jetzt trotz aller Geduld für den Text sich auf diese historischen Details nicht einlassen will, dem bleibt für sich die Frage der Entscheidung: Auf welcher Seite möchte ich stehen in diesem Schwarz-Weiss-Bild? Was bedeutet es für mich, Jesus als Gottes Sohn zu sehen?

 

Segen

Gott,
segne uns mit dem Wissen,
was wir wollen.
Gott,
segne uns mit der Entschiedenheit,
für das Gute einzutreten.
Gott,
segne uns mit der Kraft,  
alle Widerstände auszuhalten.

Amen.

 

Weitere Informationen

Anmeldeschluss

Freitag, 27. März 2020 , Wer gerne mit dem Pfarreiseelsorger Winfried Bader über die Tageslesungen in ein (schriftliches) Gespräch kommen will, kann seine Gedanken gerne hier an ihn richten.

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