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Im Fokus

Abschied nehmen und trauern in Zeiten von Corona

3. April 2020 Von: Urban Schwegler

Seit Wochen berichten die Medien tagtäglich von den steigenden Opferzahlen von Covid-19. Hinter den Zahlen stehen Menschen und ihre Lebensgeschichten. Wie aber würdig Abschied nehmen, wenn keine Trauerfeier möglich ist? Die Kirchen der Stadt Luzern nehmen gemeinsam Stellung zu Fragen rund um Abschied und Trauer in Zeiten von Corona.

«Bestattung im engsten Familienkreis.» Dieser Satz steht derzeit in fast jeder Todesanzeige. Private und öffentliche Veranstaltungen sind untersagt, Gottesdienste fallen aus. Einzig Beisetzungen sind noch möglich, auf dem Friedhof Friedenthal in Luzern wie auf den meisten Friedhöfen der Schweiz jedoch nur im engsten Familienkreis. Gemäss Auskunft von Pascal Vincent, Leiter Friedhof der Stadt Luzern, nehmen momentan 10 bis maximal 20 Personen an den Feiern teil. Zudem würden rund 25 Prozent der Beisetzungen auf einen Zeitpunkt nach der Corona-Krise verschoben. 

Zeitnahe Beisetzung unterstützt den Trauerprozess

Die Katholische Kirche, die Reformierte Kirche und die Christkatholische Kirche der Stadt Luzern sind zu einer gemeinsamen Haltung rund um Abschied und Trauer während der Pandemie gelangt. «Trauer kann nicht einfach so verschoben werden», sagt der christkatholische Pfarrer Adrian Suter und fügt an: «Die Beisetzung ist ein wichtiger Teil des Trauerprozesses. Sie ermöglicht den Angehörigen, die erste Trauerphase abzuschliessen, den Verlust ein Stück weit zu realisieren und ist ein erster Schritt zurück in den Alltag.»

Die Kirchen empfehlen deshalb den Angehörigen, die Beisetzung im engeren Familienkreis nicht zu verschieben, sondern zeitnah durchzuführen. Natürlich gelten auch bei Bestattungen die Hygiene- und Abstandsregeln des Bundesamtes für Gesundheit.

Seelsorgende stehen für Fragen zur Verfügung

Die Seelsorgenden beraten die Angehörigen und suchen gemeinsam mit ihnen nach einer passenden Lösung für die Familie, die erweiterte Verwandtschaft und den Freundeskreis. Für Personen, die keiner Konfession angehören, gibt es ein breites Angebot an Beratungen von Ritualbegleitenden.

Derzeit erarbeiten die Kirchen schriftliche Unterlagen für diejenigen, die an der Beisetzung nicht dabei sein können. Es sind Hilfen für individuelle und persönliche Abschiedsfeiern zu Hause, alleine oder im kleinen Kreis, sowie Gebets- und Segenstexte als Wegbegleiter durch die Zeit der Trauer.

Gedenkfeier nach der Pandemiezeit möglich

Sollte bei den Angehörigen zu einem späteren Zeitpunkt das Bedürfnis nach einer öffentlichen Gedenkfeier in der Kirche entstehen, ist auch das möglich. Im Zentrum stehen dann der Dank, die Würdigung des Lebens der verstorbenen Person und das Zusammenkommen mit Bekannten und Freunden.

Katholische Kirche Stadt Luzern
Reformierte Kirche Stadt Luzern
Christkatholische Kirchgemeinde Luzern


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