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Einfacher Arbeitsplatz in ungewohnter Umgebung: Co-Working-Place in der Peterskapelle.

Arbeiten, wo andere beten

29. Mai 2019 Von: Daniel Lay

Die Peterskapelle am Kapellplatz bietet neuerdings auf der Empore zwei Co-Working-Places an. Ein Erfahrungsbericht.

Altertümlich und abenteuerlich: So beginnt mein Weg zu den neuen Co-Working-Places auf der Empore der Peterskapelle. An der Tür zur Sakristei, wo mir der Schlüssel zur Empore mit den Arbeitsplätzen ausgehändigt werden soll, treffe ich auf eine überaus altmodische Seilzug-Klingel. Ein Drahtgestänge mit Griff am Ende führt ins Innere der Sakristei, lässt auf mein Ziehen ein schepperndes Klingeln ertönen und bei mir Bedenken aufkommen: Was erwartet mich hier? Ich bin für meine Arbeit auf Strom und WLAN angewiesen. Sitze ich bald an einem Platz, an dem ich mit Stift und Papier bei romantischem Kerzenschein arbeiten kann?

Bewusst karge Arbeitsplätze

Die Bedenken verfliegen aber so schnell, wie sie gekommen sind, denn mit dem Schlüssel wird mir auch ein WLAN-Passwort ausgehändigt. Womit dann der abenteuerliche Teil des Unternehmens «Co-Working-Place in der Peterskapelle» beginnt: Zunächst gilt es, die Tür zur Empore zu finden. Denn diese fügt sich fast unsichtbar in die neue Holzverkleidung im hinteren Teil der Peterskapelle ein. Daraufhin wird man sportlich gefordert: Hinter der Tür führt eine schmale und steile Treppe hinauf zu den beiden Arbeitsplätzen auf der Empore.

Diese sind sehr zweckmässig eingerichtet: Ein einfacher Holztisch mit Bank in der gleichen Optik wie die Bänke in der Peterskapelle, dazu eine Lampe und eine Steckerleiste, um mitgebrachte elektronische Gerätschaften anzuschliessen. Florian Flohr vom Team Peterskapelle erklärt, dass die spartanische Einrichtung bewusst gewählt wurde: «Wir haben uns für kleine Tische entschieden, damit man sich auf das Wesentliche beschränken muss.»

Reges Treiben in der Kapelle

So breite ich also meine Unterlagen aus, schliesse meinen Laptop an, verbinde mich mit dem WLAN und beginne mit einem irgendwie seltsamen Gefühl mit einer Arbeit. Denn einerseits bieten die vielen Kunstobjekte in der Peterskapelle eine willkommene Abwechslung, wenn die Gedanken einmal wieder ins Stocken geraten. Andererseits fühlt man sich von dem auf den Bildern abgebildeten Figuren auch irgendwie beobachtet.

Ohne Ablenkung und unter den wachsamen Augen verschiedener biblischer Gestalten arbeitet man so erstaunlich effizient und macht dabei – quasi nebenher – eine erstaunliche Feststellung: Die Behauptung, dass immer weniger Menschen die Kirche besuchen, kann nicht stimmen, zumindest nicht während der Woche in der Luzerner Innenstadt. Überraschend viele Menschen suchen an diesem Nachmittag die Peterskapelle auf: Die Älteren meist ehrfürchtig-flüsternd, so dass man sie meist nur wahrnimmt, wenn die Münzen im Kerzenkasse klimpern. Die Jüngeren ohne falsche Scheu: Lebhaft diskutieren sie über die richtigen Antworten für ihren Postenlauf durch die Luzerner Altstadt oder untersuchen Kleider und Schmuck der Marienstatute ganz genau.

Abschliessend kann man sagen, dass die Peterskapelle mit ihren beiden Co-Working-Places zwei Arbeitsplätze in einer besonderen, aber angenehmen Atmosphäre bietet. Arbeitsplätze auch, die ihr Publikum wahrscheinlich gerade in den Sommermonaten finden könnten. Denn in der Kapelle ist es auf die Dauer ziemlich kühl. Also der ideale Arbeitsplatz, wenn man an heissen Tagen einen kühlen Kopf bewahren muss.


Weitere Infos zum Angebot

www.kathluzern.ch/raeume

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