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Heute gibt es verschiedene Formen von Familie und Partnerschaft. Bild: wirsindfamilie.eu

Eine Kirche, «welche die Menschen liebt»

24. März 2015 Von: Urban Schwegler

Das Dekanat Luzern-Stadt äussert sich zu Ehe und Familie. Die Luzerner Kirchenvertreterinnen und -vertreter wünschen sich eine Kirche, «welche die Menschen liebt und unterstützt, so wie sie sind».

Anlass zur Stellungnahme des Dekanats Luzern-Stadt gaben die «Synodengespräche», zu denen die Schweizer Bischöfe alle Gläubigen in der Schweiz im Januar eingeladen hatten. Die Gespräche dienen der Vorbereitung der römischen Bischofssynode zu Ehe und Familie vom kommenden Herbst. Nach einer grossen Online-Befragung im Herbst 2013 zu diesen Themen wurde nun in einem zweiten Schritt nach konkreten Lösungsansätzen gesucht. Äussern durften sich alle Menschen, die an den Bereichen Partnerschaft, Ehe und Glauben interessiert sind.

Kirchenrecht überarbeiten

Das Dekanat Luzern-Stadt, zu dem die Mitarbeitenden der acht Pfarreien der Katholischen Kirche Stadt Luzern gehören, fordert in seiner Stellungnahme zuhanden der Schweizer Bischöfe eine Kirche, welche «die Realität der Menschen anerkennen» und deren «Vielfalt wertschätzen» müsse. «Wir wollen eine Kirche, welche die Menschen liebt und unterstützt, so wie sie sind!» Es gelte, eine «Willkommenskultur» zu entwickeln «für alle, also auch für Homosexuelle, geschiedene Wiederverheiratete, Alleinerziehende, bireligiöse Paare, etc.»

Richtschnur für kirchliches Handeln sei das Evangelium, nicht das Kirchenrecht. Zentral sei die Frage: «Wie würde Jesus handeln?». Das Dekanat schlägt daher vor, das Kirchenrecht zu überarbeiten: «Es soll sich am Leben und der Lehre von Jesus orientieren und auch an der autonomen Moral, dem eigenen Gewissen als letzter Instanz.»

Mutige Bischöfe sind gefragt

Nun sei der Mut der Bischöfe gefragt. Sie sollen «eine menschenfreundliche, offene und zeitgemässe Seelsorge unterstützen und mittragen». Von ihnen werden «pastorale Klugheit» und eine «verständliche Sprache» statt «klerikaler Floskeln» erwartet. Das bedeute: «Mut zum Handeln und Mut zu Dissens!»

Das Papier schliesst mit der Aufforderung, die Menschenrechte auch innerhalb der Kirche anzuerkennen.

Die Ergebnisse des Synodengesprächs der Dekanat Luzern-Stadt wurden an der Dekanatsversammlung vom 4. März 2015 erarbeitet. Das Papier «Ergebnis des Synodengesprächs Dekanat Luzern-Stadt» findet sich unten als pdf-Dokument zum Herunterladen.

Ganz ähnliche Gedanken zur Familiensynode wie in Luzern finden sich auch in Essen: Hier geht es zum Dokument des Bistums Essen.

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