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Javier und Amanda; Foto: trigon-film

La memoria del agua

9. Mai 2016 Von: Hermann Kocher

Im Zentrum des Films «La memoria del agua» des chilenischen Regisseurs Matías Bize steht ein Paar nach dem tragischen Tod des vierjährigen Sohns. Während der Vater vermehrt Kontakt zu seiner Familie sucht und die Sinn-Frage stellt, flüchtet sich die Mutter in die Arbeit.

Amanda und Javier haben ihren vierjährigen Sohn auf tragische Weise verloren. Amanda erträgt den Anblick ihres Partners nicht mehr: «Du bist er.» In der Folge entwickeln die beiden unterschiedliche Strategien, um irgendwie weiterleben zu können. Er möchte anknüpfen an die früher erfüllende Zeit, sucht den Kontakt zu seinem Vater oder fragt nach Sinn in und trotz allem. Sie ergreift die Flucht, stürzt sich in die Arbeit und reaktiviert eine Beziehung. Nur in ihrer inneren Leere glaubt sie, ihrem Sohn nahe zu bleiben.

Wasser – es spielt öfters eine Rolle im Film – ist ein Speichermedium, das nie etwas vergisst. So meinen einige Forscher. Aber können Menschen ein Ereignis, das nichts mehr sein lässt wie zuvor, «vergessen» oder zumindest anknüpfen an dem, was sie einst getragen hat? Der chilenische Regisseur Matías Bize hat einen bewegenden (und oft beklemmenden) Film geschaffen, bei dem die Zuschauenden die Entwicklung der Hauptfiguren hautnah miterleben. Dies nicht zuletzt dank einer Kameraführung, die eng an den Gesichtern von Amanda und Javier dran bleibt.

Neben den Herausforderungen für eine Partnerschaft nach einem Schicksalsschlag thematisiert der Film Fragen nach Schuld und Sinn. Er überzeugt in seiner linearen Schlichtheit. Er verzichtet darauf, Reaktionen der Betroffenen zu bewerten und gleitet nie ins Reisserische ab. So gibt es keine Rückblende, die das Sterben des Kindes zeigt.

Kinostart: 26. Mai

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