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Ronit Elkabetz als Viviane Amaselm

Get – Der Prozess der Viviane Amsalem

3. Februar 2015 Von: Charles Martig

Ehescheidungen vor dem Richter sind immer eine schwierige Angelegenheit, weil persönliche Motive und emotionale Verwerfungen eine Rolle spielen. Zugespitzt wird diese Situation, wenn sich ein Paar – wie im Film «Get» – vor dem Ehegericht einer traditionellen Religionsgemeinschaft verantworten muss.

Viviane Amsalem lebt seit Jahren getrennt von ihrem Ehemann Elisha und will sich scheiden lassen. In Israel, wo sie lebt, kann das jüdisch-orthodoxe Rabbinatsgericht eine Ehe nur auflösen, wenn der Mann zustimmt. Doch Elisha weigert sich, ihr einen «Get» zu geben. Es geht dabei um einen Brief, der für die Scheidung zwingend ist. 

Der Film spielt im Gerichtsraum des Rabbinats. Zeuge um Zeuge wird aufgerufen, doch der Prozess zeitigt keine Fortschritte. Beide Eheleute geben sich starrsinnig und von ihrer Position überzeugt. Die Erzählperspektive nimmt jedoch klar Stellung für Viviane, die ihre Ehe als gescheitert ansieht und ihre Freiheit zurückbekommen möchte. Doch das orthodoxe Regelwerk macht die Entscheidung vollständig abhängig vom Ehemann. Obwohl ein «Get» die naheliegendste Lösung wäre, entwickelt sich der Prozesse zu einer Groteske, die den Kampf um Würde und Freiheit der Frau umso dringlicher macht. «Get» ist ein eindringliches Gerichtsdrama mit ausgezeichneten Schauspielern, das den Gegensatz von moderner Welt und traditioneller Rechtsprechung hervorhebt.

«Get – Der Prozess der Viviane Amsalem», Regie: Ronit Elkabetz, Shlomi Elkabetz; Besetzung: Simon Abkarian, Ronit Elkabetz, Gabi Amrani, Verleih: Filmcoopi, www.filmcoopi.ch, Kinostart: 12. Februar 2015

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