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Babygott und Menschenwürde

23. Dezember 2017 Von: Urban Schwegler

Schutzlos, verletzlich liegt das Neugeborene da. Kein Held, kein Star, kein erfahrener und weiser Erwachsener, sondern ein Mensch ganz am Anfang, ohne Macht und Gewalt, aber von höchster Würde. Dieses weihnachtliche Gottes- und Menschenbild steht für eine anspruchsvolle Lebenshaltung.

Das Neugeborene muss nichts beweisen, nichts leisten, nichts vorweisen. Es ist einfach da und darauf angewiesen, dass andere es wahrnehmen, wärmen, nähren, beschützen, lieben. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb wird ihm von Anfang an die volle Menschenwürde zugesprochen. Nicht das Messbare und Monetäre zählt, sondern ein absoluter Wert. Das braucht starken Glauben.

Gegen das Offensichtliche denken

Vieles spricht dagegen, dass alle Menschen von Anfang an dieselbe Würde haben. Schon immer wurde der Wert von Menschen nach ihrem Vermögen, ihrer Macht, ihrem Charisma oder gar nach ihrer Rasse oder ihrem Geschlecht beurteilt. Erst recht haben nicht alle Neugeborenen dieselben Lebenschancen. Ob der Geburtsort Luzern, Aleppo, Rio de Janeiro oder Dhaka heisst, ob die Eltern als harmonisches Paar oder in einer zerrütteten Beziehung leben, wie die Gesundheitsversorgung ist – all das prägt Lebensrichtungen und Wertmass-stäbe von Anfang an.

Wer dagegenhält, wer jeden Menschen wertschätzt, wer besonders diejenigen auf der Schattenseite sieht, wer gleiche Chancen für alle und Würde auch für die Gescheiterten einfordert, der oder die hat es nicht einfach. Christsein baut auf diese Lebenshaltung. Dass es sich lohnt, so zu leben, kann niemand beweisen. Es braucht den Mut, es auszuprobieren, und die Solidarität derer, die diesen Weg teilen.

Ein Platz für Weihnachten

Wir können dem Bild vom Neugeborenen in unseren Herzen, Gedanken und Taten einen Platz geben. So erschliessen wir eine Quelle für den starken Glauben, den der Einsatz für die Menschenwürde braucht.

Florian Flohr

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