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Der Grosse Kirchenrat bewilligt Sonderkredite für zwei Grossprojekte

12. Dezember 2018 Von: Urban Schwegler

Der Grosse Kirchenrat beschloss an seiner Sitzung vom 12. Dezember zwei grosse Baukredite im Gesamtvolumen von 54,5 Millionen Franken und verabschiedete die Gesamtplanung 2019–2023.

Gleich zwei grosse Bauprojekte standen auf der Traktandenliste des Grossen Kirchenrates. Dem dreissigköpfigen Parlament der Katholischen Kirchgemeinde Luzern lagen die Sonderkredite für die Wohnüberbauung Ausserschachen in Ebikon sowie für den Neubau des Quartierzentrums Wesemlin zur Beschlussfassung vor.

Ausserschachen – 67 Wohneinheiten entstehen

Auf dem ursprünglich für einen Kirchenbau vorgesehenen Grundstück Ausserschachen an der Luzernerstrasse in Ebikon entsteht voraussichtlich bis Herbst 2021 eine Wohnüberbauung mit 67 Wohneinheiten. Der Grosse Kirchenrat hiess einen entsprechenden Sonderkredit von 33,3 Millionen Franken gut.

Das Projekt „Du Bois“ des Luzerner Büros „ro.ma. roeoesli & maeder Architekten“ sieht einen Längsbau entlang der Strasse sowie dahinter drei freistehende, sogenannte „Punkthäuser“ vor. Damit schafft die Kirchgemeinde ein differenziertes Angebot an zeitgemässem Wohnraum, das von 1.5-Zimmer-Ateliers bis hin zu 5.5-Zimmer-Wohnungen reicht. Insbesondere die grösseren Mietwohnungen sollen für Familien attraktiv sein und ebenso wie die anderen Wohneinheiten im erschwinglichen Preissegment liegen. Zeitgemäss sind auch die fünf Atelierräume sowie die von den Wohnparteien temporär nutzbaren Jokerzimmer.

„Die Wohnüberbauung Ausserschachen ergänzt die Wohnbautätigkeit der Kirchengemeinde“, sagte Kirchenrat Herbert Mäder, Ressort Bau und Infrastruktur, und verweist auf das bereits 2013 vollendete Wohnbauprojekt im Unterlöchli in Luzern.

Quartierzentrum Wesemlin – Neuer „Treffpunkt“ im Quartier

Einen weiteren Sonderkredit in der Höhe von 21.2 Millionen Franken beschloss der Grosse Kirchenrat für die Errichtung des neuen Quartierzentrums Wesemlin. Auf dem Areal des in die Jahre gekommenen und nicht mehr zweckmässigen „Wäsmeli-Träffs“ entsteht ein neues Quartierzentrum. Realisiert wird ein Projekt mit dem bezeichnenden Titel „Treffpunkt“ der Architekten „Büro Konstrukt“ aus Luzern. „Es soll ein Zentrum für die ganze Bevölkerung des Quartiers werden“, betonte Herbert Mäder. „Damit will die Kirchgemeinde einen Beitrag zu einem auch in Zukunft lebendigen Quartier leisten“.

Der Neubau vereint Begegnungsräume, Ladenlokale und Dienstleistungsanbieter sowie 26 altersgerechte 2½- und 3½-Zimmer-Wohnungen. Bereits seit einiger Zeit ist bekannt, dass die Migros im Haupt-Ladenlokal eine Filiale nach dem VOI-Konzept betreiben wird. Ebenso im Quartierzentrum untergebracht sind die Bäckerei Kreyenbühl mit Cafeteria, die Swidro-Drogerie mit Postagentur, ein Bancomat, die Spitex sowie Vicino, das Netzwerk von städtischen Organisationen, die sich im Altersbereich engagieren. Regelmässig wird auch die Quartierarbeit der Pfarrei St. Leodegar im Zentrum präsent sein.

Die vielseitig nutzbaren Begegnungsräume stehen den Vereinen und Gruppierungen des Quartiers zur Verfügung und bieten die Infrastruktur für vielfältige gesellschaftliche und kulturelle Anlässe.

Kirchenaustritte: weniger Geld heisst weniger Engagement

Im Rahmen der Gesamtplanung 2019 bis 2013 verabschiedete das Kirchenparlament das Budget für das kommende Jahr. Dieses sieht bei einem Gesamtaufwand von 23‘893‘600 Franken einen kleinen Aufwandüberschuss von 47‘400 Franken vor. Kirchmeierin Sibylle Lehmann sprach von einer „roten Null“ und erläuterte: „Wir haben 300‘000 Franken weniger Steuereinnahmen von natürlichen Personen budgetiert, weil die Mitgliederzahlen laufend sinken.“

Kritisch fügte Lehmann an, die Äusserungen von Papst Franziskus zu Abtreibung als Auftragsmord oder Homosexualität als vorübergehende Modeerscheinung würden nicht nur Kirchenmitglieder und zahlreiche Menschen verletzen, die sich in der Kirche engagieren. „Sie schaden auch sehr direkt unserem Budget, weil immer mehr austreten. Damit fehlen uns nicht nur deren Steuererträge, sondern auch diese Menschen selbst und ihr Engagement. Ich bedaure das sehr.“

Die zu erwartenden Steuerausfälle sollen teilweise durch Erträge aus dem Finanzvermögen kompensiert werden. Dazu dienen unter anderem die prognostizierten Erträge aus den beiden anstehenden Grossprojekten Ausserschachen und Wesemlin. Diese werden „nach ihrer Realisierung einen jährlichen Nettoerlös zugunsten der kirchlichen Tätigkeiten beitragen“, so Kirchmeierin Sibylle Lehmann.


Weitere Geschäfte – Der Grosse Kirchenrat ...

... wählte Florian Flohr zum Leiter des Teams Peterskapelle und P. Dr. Hansruedi Kleiber SJ zum leitenden Priester der Peterskapelle per 1. Oktober 2018.

... beschloss, das Postulat Markus Trüeb und Mitunterzeichnende betreffend „Bewirtschaftung der Räumlichkeiten der Pfarreien: Prüfung der Nutzung" vom 15. Mai 2018 zu überweisen.

... beschloss, das Postulat Sandra Felder-Estermann, Brigitte Waldis-Kottmann und Mitunterzeichnende betreffend „Personalmarketing in der Kath. Kirchgemeinde der Stadt Luzern" vom 16. Mai 2018 zu überweisen.

... nahm die Anpassung des Kommissionen-Konzepts an die neuen Strukturen des Pastoralraums zur Kenntnis.


Voten zur Förderung von Frauen

Bei verschiedenen Gelegenheiten wurde im Rat gefordert, dass sich die Katholische Kirche Stadt Luzern noch stärker für die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung von Frauen einsetzen soll. Insbesondere bei künftigen Stellenbesetzungen müsse darauf geachtet werden, Frauen bewusst zu fördern, wie unter anderem die Grosskirchenrätinnen Mariette Zurbriggen und Marianne Widmer betonten. Dies sei gerade bei der künftigen Besetzung von Leitungspositionen zu beachten.

Bereits in der Eintretensdebatte verwies Kirchenrat P. Hansruedi Kleiber auf die Austritte von sechs engagierten Frauen Mitte November, weil sie sich nicht mehr mit der patriarchalen Struktur der katholischen Amtskirche identifizieren konnten. Kleiber rief in Erinnerung, dass die Katholische Kirchgemeinde Luzern von einer Frau, nämlich von Susanna Bertschmann, präsidiert werde. Auch im Leitungsteam des Pastoralraums Luzern Stadt seien zwei Frauen vertreten.

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