Katholische Kirche Stadt Luzern  /  Schaufenster

Schaufenster

Leiter aufwärts - wohin?

29. Februar 2020 Von: Florian Flohr

Mit seiner Doppelinstallation in der Matthäuskirche und der Peterskapelle eröffnet der Künstler Hans Thomann ein weites Feld von Assoziationen und Interpretationen. «... es geht aufwärts!...» erweist sich als ambivalente und frag-würdige Botschaft.

Zwei ganz unterschiedliche Leitern prägen das Bild in den Kirchenräumen. In der Peterskapelle wird eine hohe Holzleiter durch ein Seil vom Altar gehalten. Die Matthäuskirche erhielt eine Metall-Standleiter; die Verbindung mit dem Seil zur Kanzel ist nicht notwendig für den Halt, ergibt aber mit dem Knäuel unter dem Lesepult ein eigene Skulptur.

Bunt oder wortzentriert

Thomann akzentuiert konfessionelle Eigenheiten, indem er die Leiter in der Peterskapelle mit bunten Ballonen schmückt, die für ihn das Barocke im Katholizismus ausdrücken. In der reformierten Tradition steht das Wort im Mittelpunkt, und so sind in der Matthäuskirche die Ballone Buchstaben.

Bei der Vernissage verwies Hans Thomann auf seine ganz persönliche Erfahrung mit den kaum aushaltbaren Schmerzen bei einer Diskushernie, die sein Verhältnis zu Leiden und Erlösung mit einer neuen Skala versehen hätten. Die Messer auf den Sprossen der Leiter haben also einen biographischen Hintergrund. Aber die Deutungsmöglichkeiten gehen weit darüber hinaus.

Pfarrerin Eva Brandin las und deutete die biblische Erzählung von der Himmelsleiter (Jakobsleiter), in dem das «Zwischen» gefasst ist - das für unser Leben prägende Zwischen von Menschlichem und Göttlichem, Irdischem und Himmlischem, Ansässigkeit und Flucht, Traum und Wirklichkeit. Florian Flohr machte auf die Verbindung zum mittelalterlichen Symbol-Set der «Leidenswerkzeuge» aufmerksam, zu denen auch immer die Leiter gehörte - so auch auf einem Bild des Speisekelchs der Peterskapelle. Mit seinen Saxophon-Exerzitien fügte sich der Musiker John Voirol dicht in den thematischen Rahmen ein.

Die Installationen laden noch bis zum Karfreitag zur Betrachtung und Besinnung ein (während der Öffnungszeiten der Kirchen: Peterskapelle täglich 8.00 bis 18.30 Uhr; Matthäuskirche werktags 9 bis 17 Uhr. Am Samstag, 14. März, erweitert Hans Thomann in der Matthäuskirche die Deutungsmöglichkeiten mit einer Performance, danach Gespräch mit dem Künstler. Anschliessend 12h12: Mittagsimpuls «zwölfnachzwölf» zum Thema in der Peterskapelle.

Am Karfreitag, 10. April, nimmt der Ökumenische Kreuzweg Bezug zum Thema: Beginn 12h00 auf dem Kapellplatz (Kreuzweg an besondere Orte in Luzern)  

Fotos: Eva Holz

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