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Von den Tücken der Prognosen

19. Mai 2021 Von: Urban Schwegler

Der Grosse Kirchenrat der Kirchgemeinde Luzern verabschiedete die Berichterstattung mit der Jahresrechnung 2020. Diese schliesst mit einem Plus von über 2,3 Millionen Franken. Corona-bedingt fand die Sitzung im Kantonsratssaal statt.

Vor Jahresfrist musste die Frühlingsession des Grossen Kirchenrates wegen der Corona-Pandemie verschoben und zusammen mit der Planungssitzung im Dezember abgehalten werden. Dieses Jahr nun konnte das Kirchgemeindeparlament wieder wie gewohnt Mitte Mai tagen. Unter optimalen Schutzbedingungen fand die Versammlung im Luzerner Kantonsratssaal statt und nicht wie üblich in einem der kircheneigenen Pfarreisäle.

Steuereinnahmen höher als erwartet

Haupttraktandum war die Berichterstattung mit der Jahresrechnung 2020. Diese schloss mit einem Plus von rund 2,38 Millionen Franken deutlich besser ab als budgetiert und erwartet. «Vor einem Jahr hat niemand mit einem derart positiven Ergebnis gerechnet», wie Kirchenratspräsidentin Susanna Bertschmann bereits in der Eintretensdebatte bemerkte. Corona-bedingt ging die Kirchgemeinde, so wie auch die öffentliche Hand, von Steuerrückgängen in der Höhe von mehreren Millionen Franken aus. «Diese düsteren Aussichten trafen glücklicherweise nicht ein.» Die Steuereinnahmen fielen im Gegenteil mit 22,67 Millionen Franken um 8 Prozent höher aus als im Vorjahr. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen auf 26,6 Millionen, dies bei Ausgaben von 24,22 Millionen. «Im Gegensatz zu den Erträgen hielten sich die Ausgaben im Budgetrahmen», kommentierte Kirchmeierin Sibylle Lehmann. Sie gab ebenfalls bekannt, dass der Ertragsüberschuss von 2,378 Millionen Franken in das Eigenkapital (1,878 Millionen Franken) sowie in den Innovationsfonds (500’000 Franken) fliesst.

Kirchenaustritte proaktiv angehen

In der Beantwortung des Postulats «Kirchenaustritte und ihre Folgen» stellte der Kirchenrat klar, dass Prognosen zur zukünftigen Mitgliederzahl «ausserordentlich schwierig» seien. Fest stehe aber, dass sich die zunehmende Zahl der Kirchenaustritte «aufgrund der gesellschaftlichen Trends nicht stoppen» liessen. Zwar sei die momentane finanzielle Situation aufgrund guter Steuererträge in den letzten Jahren noch solid. Doch «die Finanzsituation wird in den nächsten 10 bis 15 Jahren schwieriger werden».

Als Antwort auf die zu erwartende Situation verfolgt der Kirchenrat zurzeit mehrere Handlungsachsen. Ein aktuelles Projekt befasst sich mit der künftigen Nutzung kirchlicher Räume. Welche davon werden weiterhin benötigt, welche können umgenutzt oder veräussert werden? Diese Fragen sind eng gekoppelt mit den Angeboten der Kirche und dem entsprechenden Personalbedarf gekoppelt. Schliesslich sieht der Kirchenrat die Notwendigkeit einer verstärkten Kommunikation, um die Leistungen der Kirche für die Gesellschaft aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang verweist er auf die jüngst von der Landeskirche aufgeschaltete Website kirchensteuern-sei-dank.ch.

Grosskirchenrätin und Mitinitiantin des Postulats Brigitte Waldis möchte, dass von der Kirche getragene Angebote trotz rückläufigen Mitteln weiterhin auch Nichtmitgliedern offenstehen sollen. Als Beispiele nannte sie die Anlaufstelle für Sans-Papiers sowie das Gesprächscafé Zwitscher-Bar. Waldis regt deshalb an, «jeweils zu prüfen, ob es weitere Player gibt, mit denen die Kirchgemeinde ihre Angebote gemeinsam umsetzen oder Leistungsvereinbarungen treffen kann.»

Weiter hat der Grosse Kirchenrat:

     

  • ... das Dienstverhältnis von Mirjam Furrer zur Pfarreileiterin ad interim von «Der MaiHof – Pfarrei St. Josef» begründet.
  • ... André Bachmann als neues Parlamentsmitglied vereidigt.
  • ... sich mit dem Vorgehen zur Findung von Kandidatinnen und Kandidaten für die Kirchen- und Grosskirchenratswahlen 2022 befasst.
  • ... die Genehmigung erteilt zur Aufnahme von Darlehen und zur Errichtung von Grundpfandtiteln für die Wohnüberbauung Ausserschachen und das Quartierzentrum Wesemlin sowie zum Verkauf der Punktbauten im Ausserschachen.
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