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Wolfgang Sieber (links) und Urban Schwegler steuern Musik und Text zum Musikmärchen «Pippo der Zwerg» bei.

«Wort und Klang entführen Gross und Klein in die zauberhafte Märchenwelt»

7. Februar 2019 Von: Interview: Daniel Lay

Am kommenden Samstag feiert das Musikmärchen «Pippo der Zwerg» Premiere auf der Empore der Hofkirche. Das aus gutem Grund: Die Musik zum Märchen steuert Wolfgang Sieber an der Grossen Hoforgel bei. Urban Schwegler, von dem die Idee und die Texte zu Pippo stammen, verrät hier unter anderem wie sich Musik und Worte ergänzen.

Urban Schwegler, wie kamen Sie auf die Idee zum Musikmärchen «Pippo der Zwerg»?
Urban Schwegler: Die Idee zur Geschichte ist ganz spontan und aus einem bestimmten Augenblick heraus entstanden. Vor einigen Jahren spazierten wir mit unseren Kindern im Tessin an einem See. Dort gab es einen Naturlehrpfad mit Infotafeln, auf denen ein Zwerg abgebildet war. Die Kinder wollten wissen, wie der Zwerg heisst. Ich erfand einen Namen und eine Geschichte dazu. Daraus wurde dann etwas später «Pippo der Zwerg». Weil dieser fürs Leben gern Flöte und Orgel spielt, lag ein Musikmärchen auf der Hand.

Worum geht es im Musikmärchen «Pippo der Zwerg»?
Die eine Hauptfigur ist Max, ein Bub, der nicht mehr ganz klein, aber auch noch nicht ganz gross ist. Seine Mutter erzählt ihm vom sagenhaften Zwerg Pippo, der im grossen Wald in einer Höhle am See wohnt. Pippo liebt die Pflanzen und die Tiere des Waldes, vor allem aber liebt er die Musik. Mit seiner Orgel bringt er einen ganzen Berg zum Singen. Eines Tages streiten Max und sein bester Freund Leo wegen Pippo. Leo glaubt nicht, dass es ihn gibt. Also will Max es ihm beweisen und macht sich mitten in der Nacht auf die Suche nach Pippo.

In der Beschreibung heisst es «nicht nur für Kinder ab 6 Jahren». Welche Herausforderungen gibt es, wenn man ein Werk (auch) für Kinder schreibt?
Ein Märchen hat mehrere Schichten. Da ist einmal die eigentliche Handlung. Sie sollte spannend aufgebaut und leicht nachvollziehbar sein. Darin verpackt geht es um Fragen wie Freundschaft, Vertrauen, Hoffnung, Mut oder Liebe. Es sind die Fragen, die das Leben uns stellt und auf die es meist keine fixfertigen Antworten gibt. Auch die Musik gehört dazu. Die Lieder sowie die Orgelteile von Wolfgang Sieber erzählen und berühren unmittelbar.

Geht es darum mit dem Musikmärchen «Pippo der Zwerg» den Kindern die Orgel näher zu bringen, ähnlich wie Prokofjews Musikmärchen «Peter und der Wolf» den Kindern die Instrumente eines Sinfonieorchesters näher bringt?
Pippo ist kein musikpädagogisches Werk, sondern ein Märchen, das mit Worten und Musik erzählt wird. Deshalb heisst es im Untertitel «Ein Musikmärchen». Wort und Musik sind gleichberechtigt und ergänzen sich. Wolfgang Sieber malt mit den Mitteln der Orgel Bilder in den Köpfen der Zuhörenden und erzeugt verschiedenste Stimmungen. Wort und Klang entführen Gross und Klein in die zauberhafte Märchenwelt von Max und Pippo.

«Pippo der Zwerg» findet auf der Empore der Hofkirche statt: Ist das allein dem Umstand geschuldet, dass die Orgel die musikalische Untermalung liefert oder gibt es religiöse Bezüge, werden religiöse Themen aufgegriffen?
So wie Zwerge oft in Bergen wohnen, stehen Orgeln nun mal meist in Kirchen. Und die Grosse Hoforgel ist ein besonders prachtvolles Exemplar mit unzähligen Möglichkeiten der Klangerzeugung. Die kann man zum Erzählen einer Geschichte nutzen. Die Orgeltöne sind das Ausdrucksmittel des Organisten, der die Geschichte mitgestaltet und ihr eine zusätzliche Dimension verleiht. Wolfgang Sieber lässt Vögel zwitschern, Katzen miauen und bringt – wie Pippo – einen ganzen Berg zum Singen.
In der Geschichte von Pippo klingen menschliche und zwischenmenschliche Themen an: Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Hoffnung und Glauben kommen ebenso ins Spiel wie Enttäuschung, Wut oder Angst. Man kann das durchaus auch religiös betrachten. Explizit religiös ist die Geschichte von Pippo und Max jedoch nicht, auch wenn sie auf einer Kirchenempore spielt.

Können die Kinder etwas lernen, oder geht es vor allem um gute Unterhaltung?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich immer etwas lernen kann, wenn ich gut unterhalten bin. Und manchmal merke ich es nicht einmal, der Lerneffekt läuft unterbewusst. Es kommt auch darauf an, was ich aus dem Erlebten und Gesehenen mache. Ich freue mich, wenn die grossen und kleinen Besucherinnen und Besucher von Pippo sich gut unterhalten fühlen und mit schönen Eindrücken und guten Gefühlen nach Hause gehen. Schon das ist ein hoher Anspruch. Ich bin gespannt, ob es gelingt.


Weitere Informationen

Die Aufführungsdaten und -zeiten sowie die Möglichkeit Tickets zu reservieren finden sie unter www.kathluzern.ch/pippo.

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