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Komponist der Sternsingerlieder

6. Januar 2014 Von: Andreas C. Müller

Urban Schwegler hat das Jubiläumslied für die vom Hilfswerk «Missio» zum 25. Mal koordinierte Sternsingeraktion geschrieben. Er erklärt im Gespräch, welche Rolle das Singen beim alten Volksbrauch des Sternsingens spielt.

Herr Schwegler, warum sind es eigentlich Sternsinger, die Jahr für Jahr am Dreikönigstag unsere Häuser segnen und für Kinder in den Ländern des Südens sammeln. Es könnten ja auch einfach Sternträger oder einfach drei Könige aus dem Morgenland sein.
Der Brauch des Sternsingens ist aus der Tradition des Volkstheaters gewachsen. In früheren Jahrhunderten gab es Weihnachtsspiele, in denen Gesang eine wichtige Rolle einnahm. Die singenden Könige haben sich schliesslich als eine Art «Bettelbrauch» aus diesem Kontext gelöst. Das findet beispielsweise Ausdruck im Gedicht «Epiphaniefest» von Goethe.

Sie haben bereits 2007 eine CD mit Sternsingerliedern herausgebracht. Wie kam es dazu?
Während meiner Zeit als Mitarbeiter beim Hilfswerk Missio habe ich immer wieder erlebt, wie Sternsingergruppen im Bundeshaus empfangen wurden. Farbig gekleidete Kinder brachten Segen in ein Haus, wo politisch wichtige Entscheide fallen. Das hat mir stets gefallen. Schade fand ich jeweils, dass meist hochdeutsche Lieder gesungen wurden. So entstand die Idee, den Sternsingern in der Schweiz neues, zeitgemässes Liedgut an die Hand zu geben.

Sie haben sowohl Melodien komponiert wie auch Texte geschrieben. Wie sind Sie das Thema angegangen?
Mir war es ein Anliegen, die verschiedenen Aspekte des Sternsingens sowie die Geschichte der drei Könige zum Thema zu machen. Also habe ich zuerst die biblische Geschichte der Weisen aus dem Osten und das Brauchtum etwas näher unter die Lupe genommen.

Und was ist dabei herausgekommen?
Die drei Weisen aus dem Morgenland begeben sich auf eine Reise ins Ungewisse. Sie gehen ein Risiko ein, beweisen Mut, aber auch Vertrauen. Überhaupt die starke Bildsprache von der Reise in Nacht, die sich an einem hellen Stern orientiert. Und wenn wir noch eine Bedeutungsebene tiefer gehen, dann steht die Reise der drei Weisen aus dem Morgenland für das Leben. Der Weg der Weisen führt zu Jesus. Offen ist, wohin unser eigener Lebensweg geht. Vertrauen und Hoffnung aber scheinen mir wichtige Wegbegleiter.

Für das grosse Sternsingerfest am 19. Januar in Wil haben Sie quasi die Hymne geschrieben. Der Titel des Liedes lautet: «Mir gänd enand d’Hand». Was hat Sie inspiriert?
Der Missio-Kleber, auf dem Kinder einander rund um den Erdball die Hände reichen. Grenzen spielen keine Rolle, Andersartigkeit soll kein Hindernis sein, einander nicht auf Augenhöhe begegnen zu können. Das ist die Botschaft. Und: Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, auf derselben Erde.

Und wie steht es um Ihren persönlichen Bezug zum Sternsingen. Haben Sie diesen Brauch als Kind kennen gelernt?
Ja und nein. Wo ich aufgewachsen bin, gab es das Sternsingen damals noch nicht. Ich kannte den Brauch aber und mochte vor allem das Sternsingerlied, das meine Mutter oft sang.

Ist diese Lied auch auf der CD?
«Diä Heilige Drei Könige met ehrem Schtärn»… Ja, ich habe intensiv danach gesucht und es schliesslich im Nachlass meines Grossvaters als handgeschriebenes Dokument gefunden. Ich habe das Lied bearbeitet und um eine Strophe ergänzt. Auf diese Art und Weise konnte ich das Vermächtnis meines Grossvaters in die heutige Zeit übertragen. Das war für mich eine schöne Erfahrung.

Weitere Infos

Aktion Sternsingen 2014

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