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Geschichte

Geschichte der Jesuitenkirche – Geschichte der Jesuiten in Luzern

1568Beim Konzils in Trient (1545 – 1563) wird beschlossen, dass durch die Gründung von höheren Bildungseinrichtungen sowohl gegen die Zucht- und Sittenlosigkeit vorgegangen, als auch die Bildung der Priester verbessert werden soll. Die katholischen Kantone werben unter anderem zu diesem Zweck um eine Ansiedlung des Jesuitenordens in der Schweiz. Denn dieser Orden hat sich auf Initiative seines Gründers Ignatius von Loyola im Bildungsbereich durch die Gründung verschiedener Kollegien und Universitäten verdient gemacht. Ein erster Versuch zur Ansiedlung einer höheren Schule unter jesuitischer Leitung in Rapperswil scheitert jedoch an der Finanzierung.
1573Der Schultheiss von Luzern, Ludwig Pfyffer erklärt sich bereit, eine von den Jesuiten geleitete Schule aus seinem Privatvermögen zu finanzieren. Auf Weisung des Papstes Gregor XIII. machen sich zwei Patres und ein Laienbruder trotz Personalmangels aus Augsburg auf den Weg nach Luzern. Dort treffen sie im August 1574 ein. Sie nehmen sofort ihre Tätigkeit als Lehrer und Seelsorger auf. Sie beziehen vorerst eine Wohnung im Gasthaus «Schlüssel» neben der Franziskanerkirche. Die Gottesdienste und die Seelsorge finden in der Franziskanerkirche statt.
1577Da sich an den Lebensumständen der Ordensmitglieder in den kommenden Jahren nichts ändert, ja diese durch den Ausbruch der Pest sogar noch prekärer werden, denkt die Ordensleitung über einen Abzug der Jesuiten aus der Schweiz nach. Wieder ist es der Schultheiss Ludwig Pfyffer, der das Problem löst. Er schlägt nämlich vor, den Jesuiten den Ritterschen Palast zu überlassen. Am 10. Mai 1577 wird das Luzerner Jesuitenkollegium als erste Niederlassung in der Schweiz gegründet. Im Stiftungsbrief verpflichtet sich die Stadt Luzern die nötige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und 20 Jesuiten zu versorgen. Die Jesuiten ihrerseits verpflichten sich zur Seelsorge und zum Betrieb des Gymnasiums.
1666 - 1677Am 3. Dezember 1666 wird der Grundstein zum Bau der Jesuitenkirche gelegt. Nach einer Bauzeit von 11 Jahren wird die Kirche am 29. August 1677 durch den päpstlichen Nuntius Edoardo Cibo eingeweiht.
1773Papst Clemens XIV. verbietet auf Druck von Ländern wie Spanien, Portugal oder Frankreich den Jesuiten-Orden. Diese Staaten wollen einerseits das Monopol des Staates über die Bildung. Andererseits streben sie als absolutistisch ausgerichtete Gebilde auch nach Macht über die Kirche. Da sich die Jesuiten nur dem Papst verpflichtet fühlen, sind sie den Staaten ein Dorn im Auge. Die Stadt Luzern konnte allerdings mit Rom aushandeln, dass die Jesuiten als Weltpriester ihre bisherigen Aufgaben weiterführen können.
1814Papst Pius VII. macht die Aufhebung des Jesuitenordens wieder rückgängig.
1844Als die Jesuiten wieder zurück nach Luzern gerufen werden, geraten sie in einen Strudel konfessioneller Spannungen. Die katholischen Kantone, darunter Luzern, schliessen sich zum so genannten «Sonderbund» zusammen. Es kommt zum Sonderbundskrieg, den die katholischen Kantone verlieren. Die provisorische Regierung Luzerns verfügt 1847 die Ausweisung der Jesuiten.
1848Die Bundesverfassung verbietet die Tätigkeit des Ordens in der Schweiz.
1874Das Verbot wird noch ausgeweitet: Allen Jesuiten ist die Tätigkeit in Staat und Kirche untersagt.
1973Das Jesuitenverbot wird aus der Bundesverfassung gestrichen.
2006Pater Hansruedi Kleiber übernimmt auf Bitte des Bischofs von Basel die Präfektur der Jesuitenkirche. Damit ist wieder ein Jesuit für die Liturgien und den Betrieb an der Jesuitenkirche verantwortlich.

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