Nebenan

Gesichter und Stimmen rund um die Peterskapelle

Die Peterskapelle steht mitten in der Stadt. Doch wer lebt, wohnt und arbeitet um sie herum? Dieser Frage geht die Foto- und Text-Ausstellung «Nebenan» nach. Porträts von zwölf Menschen aus der Nachbarschaft – fotografiert in ihren Wohnzimmern – sind in der Peterskapelle zu sehen.
Hans Hurter, 69 Jahre alt, Luzern, Anwalt und Notar. Foto: Samuel Trümpy

Foto- und Text-Ausstellung «Nebenan»

Dauer: MI, 28. Oktober bis MI, 25. November 2026
Öffnungszeiten: täglich 8.00 bis 18.30 Uhr
Ort: Peterskapelle Luzern, Kapellplatz 1a, 6004 Luzern
Finissage: MI, 25. November 2026, 17 Uhr, mit Apéro riche. Einige Porträtierte, die Autorin und der Fotograf sind dabei.
Fotografie: Samuel Trümpy
Gespräche und Texte: Anna Miller
Guetzli-Spenden: Guetzli und Kuchen nehmen wir gerne entgegen: in der Kapelle oder via peterskapelle@remove-this.kathluzern.ch

Kennen Sie Ihre Nachbarschaft? Für viele ist es noch selbstverständlich, zu wissen, wer über und unter uns wohnt, nebenan und über die Strasse. Doch für immer mehr Menschen ist das Nebenan zu einem anonymen Platz in ihrem Leben geworden. Weil wir unterwegs sind, digital von überall aus arbeiten, weil wir öfter umziehen und weniger lange an einem Ort bleiben. Diese vielen Möglichkeiten der digitalen und analogen Mobilität klingen nach sehr viel Freiheit. Sie haben aber auch eine Schattenseite: Die Bindungen zu Menschen, die uns geografisch nahe sind, gehen verloren.

Dabei müssen wir mit unseren Nachbarinnen und Nachbarn gar nicht die engste Beziehung haben: Auch loser Kontakt bewirkt, dass wir uns verwurzelt und zugehörig fühlen. Weil durch die Wiederholung über Zeit Vertrautheit entsteht. Eine Art Vertrautheit, die anders ist als diejenige mit der eigenen Familie, der Partnerin oder dem besten Freund. Wir sind gegenseitig Gäste in unseren Lebenswelten: Wenn wir uns im Treppenhaus zum Schwatz treffen. Wenn wir die Pflanzen giessen und unseren Nachbarn Tomaten aus dem Familiengarten vor die Tür legen. Wenn wir ihren Kindern beim Heranwachsen zusehen oder selbst von ihnen Unterstützung, freundliche Worte und Geborgenheit im Alltag erfahren.

Nachbarschaft ist kostbar, gerade weil sie eigentlich so selbstverständlich zu unserem Leben gehört. Weil wir uns hier begegnen können, wie wir sind, mit unseren Ecken und Kanten, persönlich und ohne Fassade.

Deshalb feiern wir in der Peterskapelle die Nachbarschaft. Auch unsere. Denn was wäre dieser Raum ohne die Menschen, die ihn beleben und täglich betrachten, ihn bestaunen oder ignorieren? Diese Kapelle wäre bloss ein Haufen Stein. Wir haben elf Menschen aus Luzern, der Kirche fern bis nah, besucht. Der Fotograf Samuel Trümpy hat sie in ihren Wohnzimmern porträtiert, ich habe mit ihnen gesprochen und ihre Geschichten aufgeschrieben.

Daraus ist die Ausstellung «Nebenan» entstanden, die seit Mittwoch, 28. Oktober bei uns in der Kapelle dazu einlädt, zu verweilen. In der Kapelle steht dafür ein Wohnzimmer, mit Tapete und Sofa, und Sie dürfen sich hinsetzen und bleiben. Am 25. November schliessen wir die Ausstellung mit einer Finissage, zu der auch einige der Porträtierten, die Autorin sowie der Fotograf kommen.

Anna Miller

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