Eine Zeit der Erwartung

Was wird die kommende Zeit bringen? Foto: Bild von Vilius Kukanauskas auf Pixabay
Was kommt da auf uns zu? Wir warten auf das Weihnachtsfest. Für die einen eine Zeit, die Flucht zu ergreifen, für die anderen die Vorfreude auf Treffen mit Familie oder Freunden. So weit – so gut.
Zukunft
Was wird die kommende Zeit bringen? Für viele ist diese Frage mit Befürchtungen besetzt. Die grossen Konzepte in Politik und Gesellschaft scheinen nicht mehr zu funktionieren. Das Weltgeschehen wird als unberechenbar wahrgenommen. Die Sorge um die Umwelt ist medial in den Hintergrund gedrängt. Die Gewaltbereitschaft hingegen wächst.
Resignation
In Resignation ziehen sich Men-schen ins Private zurück und sind mit ihren Mini-Hoffnungen
zufrieden. Eine Dialogbereitschaft mit den Themen draussen und die Mühe zu reflektieren nehmen ab. Aus einseitigem Denken folgt Polarisierung. Die Corona-Krise war dafür ein Brandbeschleuniger.
Soziale Medien, die mit Kurzinfos abspeisen ohne die Hintergründe zu beleuchten, provozieren zudem schnelle Meinungen und Fehlinformationen. Ein dritter Grund liegt bei der zunehmenden Unfähigkeit für soziale Kontakte, wenn eine Generation heranwächst, die
nicht mehr unmittelbar reagieren muss, sondern zeitverzögert und selbstoptimiert auf die Nachricht auf dem Handy antwortet. (J.Haidt: Generation Angst. Rowohlt 2024).
Erwartung
Die Schwarmintelligenz ist meistens, aber nicht immer richtig. Manchmal ist es auch nötig, gegen den Strom, zu schwimmen. Christen erwarten etwas Gutes, lassen sich die Hoffnung nicht stehlen auf eine Welt in der es friedlich und rücksichtvoll zugeht. Dabei sind Christen zugleich Idealisten wie auch Realisten: Mit dem Blick auf das göttliche Kind kann ganz schön viel schiefgehen in einem Leben, von der Geburt in provisorischer Unterkunft bis hin zu einem leidvollen Tod. Die Quintessenz heisst: Trotz allem die Hoffnung nicht verlieren. Das Fest der Geburt des göttlichen Kindes will in unseren Herzen und Gedanken Gestalt annehmen und die Zuversicht nähren.
Gudrun Dötsch, Pfarreileiterin