Hinter (dem) Pilatus

Gedanken zur Zeit zwischen Ostern und Pfingsten – und zum wertvollen Blick hinter den nächsten Berg.

Pilatus im Abendrot Foto: Rafal Lupa

«Zwischen hier und Chur liegen viele Berge», hiess es jeweils im Obwaldnerischen, um sich zu Haas- und Huonder-Zeiten von der Churer Bistumsleitung zu distanzieren. Ebenso klingt es nicht selten mit Blick nach Rom. Kirchenpolitisches soll hier aber nicht Thema sein, sondern der wertvolle «Blick hinter den Berg» direkter Betroffenheit und persönlicher «Bubble». Zum Beispiel bezüglich

Umwelt-Geschehen
So schön der Blick auf den Pilatus sein mag: Durch den Klimawandel ziehen sich darob dunkle Wolken zusammen. Sie zu ignorieren, wäre wie eine Bergtour bei aufziehendem Gewitter.

Welt-Geschehen
Der Ukrainekrieg und andere Leidquellen dieser Welt beschäftigen uns zu Recht – auch wenn sie ausserhalb des Sendegebiets von Radio Pilatus liegen.

Sozial-Geschehen
Hierzulande gibt es neben Bergen auch viele Gräben. Der tiefste Graben ist weder mit Rösti gefüllt, noch zwischen Stadt und Land, sondern der zwischen arm und reich. Die (Sack-)Gasse liegt oft auf offener Strasse.

Pfarrei-Geschehen
Jede/Unsere gesunde Pfarrei lebt davon, dass sich stehendes Gewässer/Alteingesessene(s) mit frischem Berg-Quellwasser mischt.

Persönliches Geschehen
Jeder Mensch steht vor einem Berg von persönlichen Erfahrungen, Urteilen und Grenzen. Dahinter verbirgt sich Ungeahntes, das sich zu entdecken lohnt.
Hätte Jesus am Karfreitag nicht hinter seinen Leidens-Berg geblickt, wäre er bei Pilatus stehengeblieben. Ostern und alles, was darauf baut, gäbe es nicht – inklusive dieses Pfarreiblatt. Nutzen wir deshalb das Pfingstfest, um uns dankbar und motivierend daran zu erinnern, dass das Geist-Feuer die Schatten der Berge so ausleuchtet, damit wir dahinter blicken können.

Jetzt teilen