Wie alles begann…

Himmel im Vorraum der Franziskanerkirche Foto: Priska Ketterer
Das älteste der vier Evangelien, Markus, beginnt mit dem Auftreten Johannes des Täufers. Dieser kündigt das Kommen des Messias Jesus an. Markus will also ganz offenbar an der prophetischen Tradition des Alten Testaments anknüpfen.
Der Evangelist Matthäus gräbt bis an die Wurzeln: er fängt sein Evangelium mit dem Stammbaum Jesu an, der bis auf Abraham zurückreicht. Interessanterweise ist es jedoch der Stammbaum Josefs, der zwar der Ehemann Marias, aber nicht der Vater Jesu war.
Lukas, der Arzt, schreibt sein Evangelium als einen fiktiven Brief an Theophilus, den Gottesfreund. Er will die Dinge der Reihe nach und zuverlässig aufschreiben. Er will offenbar Ordnung ins Chaos bringen.
Johannes schliesslich verortet den Anfang der Geschichte Jesu im Wesen Gottes selber, noch bevor die Welt überhaupt existiert. Wie wenn die ganze Schöpfung nur ein einziges Ziel hätte: dass Jesus auf die Welt kommen kann.
Wo ist die Wahrheit?
Angesichts der Tatsache, dass die vier Evangelisten die Geschichte Jesu unterschiedlich verorten und dann auch zum Teil mit eigenen Abweichungen erzählen, könnte man fragen: Wo ist da die Wahrheit?
Glauben hat mit Vertrauen zu tun. Deshalb ist die Frage durchaus berechtigt. Vertrauen geht nicht ohne Wahrheit.
Vier Abende auf Spurensuche
An vier Abenden werden wir also miteinander auf Spurensuche gehen. Wir lassen uns auf die vier unterschiedlichen Anfänge ein, lernen sie vertieft kennen und fragen nach ihrer jeweiligen Bedeutung. Vielleicht erscheint dann auch die Frage nach der Wahrheit in einem anderen, etwas differenzierteren Licht.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass es am Schluss wie bei einem Puzzle sein könnte: die einzelnen Teile verbinden sich zu einem Ganzen.